Der Aero-Club der Schweiz (AeCS) ist ein wichtiger Träger der Pilotenausbildung in der Schweiz und in diesem Zusammenhang stark an der Jugend- und Nachwuchsförderung interessiert. Dies wurde im Rahmen eines Medientages auf dem Flugplatz Birrfeld mit seiner Fliegerschule kommuniziert.

«Die Zivilluftfahrt und die Militäraviatik sind auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen. Zum Beispiel werden bis 2032 weltweit schätzungsweise gegen 500 000 neue Linienpiloten benötigt, davon in Europa rund 100 000. Bei der Swiss liegt der ungefähre Jahresbedarf bei 70, bei der Edelweiss Air bei 10 bis 15 und bei Helvetic bei 6 Piloten. Hinzu kommen die Luftwaffe und die Geschäftsluftfahrt», erklärte Jürg Wyss, Ressortleiter Kommunikation des Aero-Clubs der Schweiz und Chefredaktor der Aero-Revue.

Vom Birrfeld in den Düsenjet

Ihre Grundausbildung erhalten die Aspiranten auf den Pilotenberuf in den im ganzen Land verteilten Fliegerschulen. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Karriere ist die 27-jährige Nadine Hachen, in Oberbözberg aufgewachsen und heute in Baden wohnhaft. Sie ist als First Officer Co-Pilotin eines 100-plätzigen Fokker-Düsenjets der Helvetic Airways und bezeichnet ihre seinerzeitige Erstausbildung auf dem Flugplatz Birrfeld als sehr positive Erfahrung.

Der AeCS bietet gemäss Generalsekretär Yves Burkhardt in der Nachwuchsförderung verschiedene Möglichkeiten, so etwa das Jugendlager im Engadin, einen internationalen Jungfliegeraustausch, die Jugendmitgliedschaft und die militäraviatische Berufsabklärung «Sphair».

Oberst im Generalstab Peter Merz, Beinwil, F/A-18-Pilot und Kommandant des Flugplatzes Meiringen sowie Mitbeteiligter an der Gripen-Evaluation (übrigens ehemaliger Informatikstudent der HTL Brugg-Windisch und seinerzeitiger Flugschüler auf dem Birrfeld) erläuterte die Ausbildung zum Militärpiloten, respektive zur Militärpilotin.

Selber am Steuerknüppel

Urs Fiechter, Remetschwil, Linienpilot und Head of Training bei der Edelweiss Air, hat seine Privatpilotenausbildung vor gut drei Jahrzehnten auf dem Birrfeld abgeschlossen. Am Pistenfest 2012 steuerte er eine A320 an der Spitze der Patrouille Suisse über den Flugplatz. Direkt aus Havanna kommend, referierte der ehemalige Kampfjetpilot am AeCS-Medientag über die Voraussetzungen für den Beruf des Linienpiloten und Wege zu diesem Ziel. «Wir suchen stabile Persönlichkeiten mit schneller Auffassungsgabe und Entscheidungsfähigkeit, welche nicht nur Computer und Autopiloten bedienen können», lautete sein Fazit.

Zweck der Stiftung Pro Aero ist gemäss den Ausführungen ihres Präsidenten Hans Rudolf Fehrlin die Förderung der Luftfahrt in der Schweiz. Als Kernstück der Aktivitäten bezeichnete er die finanzielle Unterstützung des alljährlich in S-Chanf stattfindenden AeCS-Jugendlagers.

Vor den abschliessenden Schnupperflügen für die Journalisten informierte Flugplatzchef und Flugschulleiter Roger Trüb über Grundlagen der Aerodynamik und Technik. In Begleitung von erfahrenen Piloten konnten die Medienschaffenden sodann am Steuer der Schulungsflugzeuge Katana, Piper und Robin in den Himmel über dem Birrfeld abheben.