Schinznach

Wo Kunst und Natur verschmelzen

Gartencenter-Gäste wohnen Vernissage «Leben im Treibhaus» sowie Christkindmarkt-Eröffnung bei.

«Wir haben hier immer nachts gearbeitet, bekamen auch immer wieder Hilfe von Mitarbeitenden des Gartencenters Zulauf, die uns etwa mit Hebebühnen in die Höhe hievten», sagen Jacqueline Weiss und Renate Lerch. Die beiden Künstlerinnen sind vor Jahren im Mürihaus in Schinznach auf alte Ausgaben des «Gelben Hefts» gestossen, die sie dazu inspirierten, sie einem breiteren Publikum mit Projektionen und Fotoinstallationen zugänglich zu machen. Auch im Bildarchiv der Baumschule Zulauf wurden die beiden fündig.

Eine Auswahl davon ist für das Projekt «Leben im Treibhaus» etwa auf eine Aussenwand des Gartencenters, auf die Innenwände der Treibhäuser oder gar auf Pflanzen projiziert. Unter anderem sind drei Schulmädchen oder aber ein kleiner Bub dermassen präzise auf Pflanzen gespielt, dass sie wunderbar damit verschmelzen. Allerdings muss man im exakt richtigen Abstand zur Projektion stehen, ansonsten sieht man nur farbige Lichter. «Eindrücklich, unglaublich, einfach faszinierend», war denn auch immer wieder beim Rundgang von den Gästen zu hören.

Nicht minder spannend die weissen Kunststoff-Tunnel, die etwa zur Projektionsfläche für ein altes Bild der Baumschulbahn werden. Oder aber die surreale Welt, die in einem anderen Tunnel durch die bewegte Projektion und den Schattenwurf eines Menschen entsteht.

Lange passenden Ort gesucht

Ein Jahr lang waren Renate Lerch und Jacqueline Weiss nachts mit Fotoapparat und Beamer in der Baumschule und in den Gewächshäusern unterwegs, um für ihre Installationen den passenden Ort zu finden. Das Resultat überzeugt. Am 9. und 16. November darf man sich gerne selber ein Bild davon machen, wenn von 19 bis 21 Uhr nochmals Live-Projektionen stattfinden. Die Ausstellung selber ist bis 8. Dezember.

Am Freitagabend hat zudem der Christkindmarkt seine Pforten geöffnet. Am Stand von Gerhard Schraner warten etwa Kugelschreiber, Pfeffermühlen oder Fingerringe, allesamt aus Holz geschaffen beziehungsweise gedrechselt, auf Kunden. Ein Stand weiter werden von Andrea Gloor designte «offene Herzen» aus Ton präsentiert, die mit Kerzen bestückt werden können. Aus Schwemmholz kreierte Engel und Objekte mit Windlichtern können bei Daniel und Carmen Grau erstanden werden. «Wir sind jedes Wochenende wandernd oder mit dem Kanu unterwegs», sagen die beiden. Bei dieser Gelegenheit finden sie das Holz, das sie für ihre Kunstobjekte benötigen.

Auch Gefilztes, Taschen, Schmuck und anderes mehr sind am Markt ausgestellt. Selbstverständlich fehlen auch all die Kugeln, Kerzen und Dekorationsmöglichkeiten für den Advent und die Weihnachtstage nicht. «Gross im Trend sind in dieser Saison Rottöne von rosa bis violett», sagt Nikolla Shpresa vom Gartencenter. Und nebst klassischen Kugeln sind inzwischen Tiermotive, etwa Hunde, Katzen, Giraffen, Enten oder Frösche, nicht mehr vom Weihnachtsbaum wegzudenken.

Viele geniessen Marktstimmung

Die zahlreichen Besucher nutzten denn auch die Möglichkeit, sich gleich mit Deko-Material einzudecken und noch etwas am Christkindmarkt zu verweilen. Das Verweilen wurde einem einfach gemacht mit der gelungenen Adventsmarktstimmung und den Häppchen, die gereicht wurden.

«Unglaublich, wie viele Leute den Weg hierher gefunden haben», zeigte sich Johannes Zulauf am späteren Abend erfreut. Und er liess es sich nicht nehmen, die Besucher beim Ausgang mit einem kleinen Präsent persönlich zu verabschieden.

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