Bei Gastwirt Christophe «Kiki» Martin in Rüfenach ist an diesem Abend jeder Stuhl besetzt. Fünfzig interessierte Aargauerinnen und Aargauer sitzen in der gemütlichen, alten Wirtsstube des «Blauen Engels» und unterhalten sich rege. Mitten unter ihnen Landammann Urs Hofmann.

Der Verband GastroAargau hat zum Landammann-Stammtisch eingeladen, damit sich die Menschen in einem lockeren Gespräch über Politik und Weltgeschehen mit Landammann Hofmann austauschen können. Geri Keller, Mitglied des Vorstands von GastroAargau, begrüsst die Anwesenden. Von Anfang an herrscht eine entspannte Atmosphäre.

Als Praktikant hier eingekehrt

Hofmann kennt den «Blauen Engel» schon lange. Er kam das erste Mal 1982 hierher. Damals war er noch Praktikant. Zusammen mit dem Gerichtspräsidenten kehrte er hier ein und genoss feine Rauchwurst. Auch heute, 37 Jahre später, scheint er den Anlass zu geniessen. «Danke, dass Du Dir Zeit nimmst», richtet sich Geri Keller an den Landammann, dem bewusst ist, dass Urs Hofmann einen vollen Terminkalender hat. Zum Znacht gibt es für alle heissen Beinschinken mit Kartoffelsalat. Man prostet sich gegenseitig zu, stellt sich vor und ist zwanglos per «Du».

Nach dem Essen setzt sich der Landammann an jeden Tisch und sucht mit allen das Gespräch. Er hat ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen der Bevölkerung. An einem der Tische sitzen Stammgäste vom «Blauen Engel»: Jörg, Peter, Silv, Therese und Daniel. Hofmann rückt mit seinem Stuhl heran und schnell ist das Gespräch bei der in dieser Woche zurückgetretenen Regierungsrätin Franziska Roth.

«Wird vielleicht wieder ein Quereinsteiger der neue Regierungsrat werden?», fragt Peter in die Runde. Hofmann ist eher skeptisch. Er ist nach 41 Jahren in der Politik der Meinung, dass man dieses Geschäft nicht so leicht aus dem Stand heraus machen kann. Anschliessend kommt die ABB, bei der Jörg früher als Ingenieur arbeitete, zur Sprache. Der Verkauf der Netzwerksparte an Hitachi sei ein Tiefschlag für den Aargau. Auch General Electric wird angesprochen. In Birr und Baden werden erneut 450 Stellen abgebaut. Diese unerfreuliche Tatsache müsse die Bevölkerung wohl hinnehmen, sie zu begreifen werde aber nicht leicht werden.

Als Geschenk gibts ein Buch

Hofmann rückt danach seinen Stuhl an den Tisch mit Gemeindeammann Karl Läuchli und den Gemeinderäten von Rüfenach. Sie überreichen ihm ein Geschenk, das von Historiker Max Baumann geschriebene Buch «Rein und Rüfenach: Die Geschichte zweier Gemeinden und ihrer unfreiwilligen Vereinigung».

Jörg, Peter, Silv, Therese und Daniel unterhalten sich währenddessen weiter über die Asylsuchenden im Ort und die Situation in den Schulen. «Welche Möglichkeiten kann es wohl geben, um für Männer den Lehrerberuf attraktiver zu machen?», fragt sich Jörg. «Die Pensen werden jährlich neu angepasst», sagt hierzu Silv. Dadurch sei die finanzielle Situation von Lehrpersonen nie sicher.

Die Stunden vergehen wie im Flug. Am späten Abend setzen sich Landammann Urs Hofmann, Geri Keller und Wirt «Kiki» zu interessierten Herren mit Schnauzbärten. Haben sie wohl «die schönsten Schnäuze vom Aargau?», wird am Tisch scherzhaft spekuliert. Die Herren prosten sich zu und lassen den Tag ausklingen. Der Abend zeigt einmal mehr, dass dem Landammann Urs Hofmann die Menschen am Herzen liegen. Er ist ein Mann ohne Berührungsängste, der den Aargauerinnen und Aargauern das Gefühl gibt, ganz bei ihnen zu sein. So kann Vertrauen in Politik entstehen, denn auch in Zukunft werden problematische Situationen zu meistern sein: von der Regierung und der Bevölkerung.