Villigen
Wird das Feldweibelhaus in Villigen abgebrochen?

Die Gemeinde Villigen sieht einen Abbruch des Feldweibelhauses vor, der Kanton ist aber dagegen. Jetzt ist die Bevölkerung gefragt, wobei der Abriss längst nicht als einzige Lösung in Frage kommt.

Marc Reinhard
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Das Feldweibelhaus in Villigen.

Das Feldweibelhaus in Villigen.

Aargauer Zeitung

So bewegt seine Geschichte auch sein mag, das Feldweibelhaus zwischen Trotte und dem neuen Feuerwehr-Magazin hat in den letzten Jahren eine trostlose Optik geboten: Farbe blättert ab, Risse zeigen sich, ausgebleichte Fensterläden hängen schief von der Fassade.

Seit rund 20 Jahren ist es unbewohnt und wird nicht mehr benutzt. Die Gemeinde hatte in der Vergangenheit zaghafte Anläufe genommen, die Liegenschaft wieder einem vernünftigen Zweck zuzuführen. «Andere Projekte sind dann aber immer wieder priorisiert worden», sagt Gemeindeschreiber Vogt, «Jetzt ist es an der Zeit, dass etwas geht mit dem Feldweibelhaus.»
Weil die Pläne für das Areal konkret werden - die Gemeinde will einen neuen Werkhof bauen - muss eine Lösung her. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde ist von zwei Möglichkeiten die Rede. So sei der Gemeinderat immer davon ausgegangen, dass das Feldweibelhaus bei einem Neubau des Werkhofs abgerissen werde, berichtet das Blatt. Diese Meinung hört man auch in der unmittelbaren Nachbarschaft: «Den Zustand unter der Prämisse Ortsbildschutz einfach zu belassen, wäre peinlich», heisst es, und: «Abreissen ist doch das Gescheiteste.»
Abriss ist nicht die einzige Lösung
Dagegen spricht sich die Fachstelle für Ortsbildfragen des Kantons Aargau aus: Es gebe auf dem Gemeindegebiet Liegenschaften unter kommunalen Substanzschutz, deren Bausubstanz sich in einem ähnlichen Zustand befinden würden. «Unter den bestehenden baurechtlichen Voraussetzungen der Bau- und Nutzungsordnung würde ein Abbruch der Liegenschaften zu einem problematischen Präjudiz führen», heisst es seitens der Ortsbildberatung. Die Voraussetzung für eine Ausnahme zum Abbruchverbot sei nicht gegeben, kommt die Behörde zum Schluss.
Deren Argumentation wird inzwischen teilweise auch von Behördenseite gestützt: Gemeinderat Christian Vogt erklärt, renovieren sei auch eine Möglichkeit: Die wesentliche Substanz des Hauses mit Mauerwerk, Fenstergewänden, Zwischenböden und Dachstuhl mache einen robusten und intakten Eindruck. «Nach einer gründlichen Sanierung könnte man im Feldweibelhaus Büros oder Wohnraum zur Verfügung stellen», so Vogt. Raumstruktur und Raumhöhen seien aktuell und gut nutzbar.
Totalsanierung wird erwogen

Ob das 150-Jährige Haus abgebrochen oder totalsaniert wird, will die Gemeinde sorgfältig erwägen. Als nächsten Schritt organisiert der Gemeinderat für die Bevölkerung morgen Abend eine Orientierungversammlung, wobei dass Feldweibelhaus auch inwändig begutachtet werden kann. «Es geht uns darum, die Meinung der Einwohnerinnen und Einwohner kenn zu lernen», erklärt Vogt.rung geht, spricht sich die kantonale Stelle für Ortsbildberatung gegen den Abbruch aus.