Es gibt sie doch: Stimmberechtigte, die nicht wollen, dass die Gemeinde Hausen das Dahlihaus und das Schuhmacherhüsli zwecks Erhaltung und Restaurierung an Robert und Veronika Kühnis von Windisch verkauft.

Die Gegner machen sich für die Variante B (Rückbau) stark. «Ja, es gibt sie noch, die andere Meinung in Hausen, trotz der penetranten Werbung für die Ideen des Dahlihaus-Vereins in allen gedruckten Medien der Region. Durch gebetsmühlenartiges Wiederholen derselben Argumente werden sie nicht richtiger», schreibt Bruno Muhl in einem Leserbrief für die AZ.

Muhl lebt seit 16 Jahren in Hausen und verfolgt – zusammen mit Mitstreitern – die Diskussionen um das Dahlihaus intensiv. Doch warum beteiligte sich der 80-Jährige letzte Woche nicht am Podium, organisiert vom Dahlihaus-Verein, bei dem nur Teilnehmer vertreten waren, die sich für die Variante A (Verkauf an Kühnis) einsetzten?

Bruno Muhl sagt: «Wir wurden zwar angefragt. Ich wollte aber nicht als einziger Gegner gegen fünf Befürworter am Podium antreten. Deshalb habe ich verzichtet.» Auf Nachfrage der AZ lässt er sich dann doch noch ein paar Argumente entlocken.

Bauland für die Zukunft

Das FDP-Mitglied ist überzeugt, dass seine Gemeinde mit der Variante A viel Geld verlieren würde. Der Verkaufspreis von 365 000 Franken für die erwähnte Parzelle mit dem Dahlihaus sei viel zu tief, sagt Muhl. Ihm ist es wichtig, dass der Gemeinde dieses wertvolle Bauland an sehr guter und zentraler Lage für die zukünftige Entwicklung erhalten bleibt.

«Die Gemeinde hat aufgrund des enormen Bevölkerungswachstums sicher irgendwann ein Bedürfnis, diese Parzelle sinnvoll zu nutzen», fährt Muhl fort. Für ihn ist klar, dass die Gemeinde Hausen mit dem Kauf der Dahlihaus-Parzelle in vier Etappen (1965 bis 2008) ein strategisches Ziel verfolgt hat, das man jetzt nicht leichtfertig aufgeben sollte. Aktuell habe Hausen mit der 14-Millionen-Franken-Investition für die neue Mehrzweckhalle jedoch eine andere grosse Finanzlast zu tragen.

An den Fähigkeiten von Robert Kühnis, das über 450-jährige Hochstudhaus restaurieren zu können, zweifelt Bruno Muhl im Grundsatz nicht. Die Liegenschaft sei in der Vergangenheit aber schon mehrfach verändert worden und entspreche nicht mehr der ursprünglichen Form.

Dass das restaurierte Dahlihaus in Zukunft als Veranstaltungsort gemietet werden könnte, sei angesichts zahlreicher Alternativen ebenfalls nicht nötig. Zudem zieht für Bruno Muhl das oft erwähnte Argument nicht, im umgebauten Dahlihaus würden neue Steuerzahler einziehen. «Jedes Wohnhaus, das in der Gemeinde neu gebaut wird, bringt doch potenzielle Steuereinnahmen», hält er fest.

Gemeinde gibt Heft aus der Hand

Kommt es zum Rückbau des Dahlihauses (Variante B), würde laut Muhl die Bevölkerung an zentraler Lage bis zur Neunutzung von einem schönen Platz profitieren. Mit dem Verkauf an Robert und Veronika Kühnis würde die Gemeinde das Heft für die Nutzung an dieser strategisch wichtigen Lage aus der Hand geben.

Da nütze auch die Zusicherung nichts, wonach der Eckplatz mit dem Nussbaum und der Sitzbank vor dem Schuhmacherhüsli öffentlich bleibt. Stattdessen macht es für Muhl mehr Sinn, die Parzelle in der neuen Bau- und Nutzungsordnung für die Weiterentwicklung zu berücksichtigen. Dafür sei jetzt der richtige Zeitpunkt.

Mit dem ersten Projekt des Vereins Pro Dahlihaus (Baurechtsvertrag und Veranstaltungslokal) hätte die Gemeinde das Potenzial dieses Grundstücks komplett verschenkt, betont Muhl. Mit der vorliegenden Verkaufs-Variante werde das Grundstück noch halb verschenkt.

Bruno Muhl hofft jetzt, dass mit dem bevorstehenden Entscheid an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 7. März «die ewige Diskussion um ein nicht erhaltenswertes Gebäude in Hausen, das diese Medienpräsenz gar nicht verdient, aufhört und wir uns wieder wichtigeren politischen Problemen zuwenden können».

Ausserordentliche Gmeind Mittwoch, 7. März, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Hausen.