Leben im Alter
«Wir wollen Nischen entdecken»

Das Forum 60 plus für Windisch, Hausen, Mülligen, Habsburg ist gut gestartet. Das Projekt, das die Hilfe zur Selbsthilfe für ältere Menschen organsieren will, zählt d bereits 93 Mitglieder sowie über 20 Helferinnen und Helfer.

Elisabeth Feller
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Wie heisst es doch: «Je stärker die Älteren an den Fragen der Zukunft mitwirken, desto besser geht es den Jungen, wenn sie Senioren werden.» Diesen Satz könnten sich jene Menschen vor Augen gehalten haben, die im Juni den Verein Forum 60 plus gegründet haben. Obschon blutjung, zählt dieser bereits 93 Mitglieder sowie über 20 Helferinnen und Helfer.

Das Forum ist aus einem regionalen Planungsprozess entstanden. Acht Gemeinden im Gebiet Windisch-Eigenamt begannen sich 2008 aufgrund einer gutgeheissenen Motion im Einwohnerrat Windisch gemeinsam mit Altersfragen zu beschäftigen. Sie erarbeiteten ein Altersleitbild, an dessen Umsetzung sich zwei Arbeitsgruppen für die Teilregionen Zentrum (Windisch, Hausen, Mülligen, Habsburg) sowie für das Eigenamt (Birr, Lupfig, Birrhard, Scherz) beteiligten. Im Eigenamt kümmerten sich die Arbeitsgruppe «Leben im Alter – Wohnen im Alter» und der Altersheimverein Eigenamt um die Anliegen der Senioren; in der Teilregion Zentrum war dies der Verein Forum 60 plus.

Hilfe zur Selbsthilfe organisieren

«Wir wollen die Hilfe zur Selbsthilfe organisieren und das Zusammenrücken älterer Menschen fördern, um sie so im Alltag zu unterstützen», sagt die Windischer EVP-Einwohnerrätin Madeleine Nater, die mit Fritz Richner (Hausen) ins Präsidium gewählt worden ist. Wie andere ähnliche Institutionen will auch das Forum 60 plus «die Spitex keinesfalls konkurrenzieren, sondern Nischen entdecken und füllen». Ein Beispiel? Madeleine Nater muss nicht lange überlegen: «Wir erledigen kleine Näharbeiten wie etwa das Annähen eines Knopfes oder führen einfachere Handwerkerarbeiten aus. Wir bieten einen Strauss von bestehenden und geplanten Angeboten an.»

Zu den ständigen Angeboten zählen etwa der Fahrdienst u.a. zu Anlässen und Läden, der PC-Support (u.a. Hilfe bei Computer-Problemen, Beratung beim PC- oder Software-Kauf), spezielle Fahrten zum Friedhof Windisch sowie die Beratung und Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung. Daneben gibt es auch Angebote mit fixiertem Datum und Ort. In dieses Kapitel fallen der Domino-Treff im Restaurant des Wohnheims Domino in Hausen, die Nähstube im Gemeinschaftsraum der Alterswohnungen in Hausen. «Dort», sagt Madeleine Nater, «können Seniorinnen und Senioren unter Anleitung flicken oder abändern.» Wen es glücklich macht, selbst Blumen zu stecken oder Grabschmuck herzustellen, der wird ebenso sachkundig unterstützt wie bei der Schönheitspflege im Alter.

Träumen von Künstlerplattform

Was Madeleine Nater als «eindrücklich» haften bleibt, ist das Treffen der Erzählgruppe. «Einander Geschichten erzählen oder diese auch aufschreiben»: Solches empfindet die Einwohnerrätin – nicht zuletzt im Hinblick auf kommende Generationen – als bereichernd und unabdingbar, denn: «Nur wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart.» Weiter werden angeboten: die Spielgruppe sowie der Kurs «Gesundheit und Spiritualität», wo es um das Erkennen eigener Ressourcen und die Suche nach innerer Ausrichtung geht, sowie Konversation in Englisch, Französisch und Spanisch.

Da aus Träumen immer wieder Konkretes entsteht, träumt Madeleine Nater intensiv von einer Plattform für Künstler und Hobbykünstler aus der ganzen Region, «denn kulturelle und gestalterische Angebote erleichtern das Älterwerden».

Weitere Informationen: www.forum-60-plus.ch oder per Mail: info@forum-60-plus.ch

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