Brugg/Windisch

«Wir wollen nicht noch mehr Strassen für noch mehr Verkehr»: Widerstand gegen den Brugger Oase-Ast wächst

«Oasar – Oase aber richtig» wehrt sich gegen einen Schwerverkehrskorridor durch Brugg und Windisch.

«Oasar – Oase aber richtig» wehrt sich gegen einen Schwerverkehrskorridor durch Brugg und Windisch.

Die überparteiliche Interessengemeinschaft «Oasar – Oase aber richtig» will keinen neuen Schwerverkehrskorridor durch Brugg und Windisch.

Lange hat es gedauert: Am Mittwoch tritt eine unabhängige Gruppe an die Öffentlichkeit, die sich gegen noch mehr Schwerverkehr durch die Region Brugg wehrt und Anpassungen am Projekt Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) verlangt. Unter dem Namen «Oasar – Oase aber richtig» will die Interessengemeinschaft «Kein Schwerverkehrskorridor durch unsere Region» im Raum Brugg-Windisch in die Diskussion um die sogenannte «Zentrumsentlastung» eingreifen.

Denn es habe sich gezeigt, dass die Exekutiven von Brugg und Windisch unkritisch hinter dem Projekt des Kantons stehen und die endgültige Festsetzung im kantonalen Richtplan befürworten. Gezeigt hat sich laut der IG aber auch, dass der Widerstand dagegen in der Bevölkerung sowie in den Einwohnerräten von Brugg und Windisch gross ist. Auf der neu aufgeschalteten Website www.oasar.ch könne jede und jeder die Opposition unterstützen und Mitglied der IG werden.

Parteilose sowie Mitglieder von CVP, SP und Grünen

Die neue IG zählt 13 Mitglieder aus der Region Brugg-Windisch. Der grüne Grossrat Robert Obrist aus Schinznach ist der Einzige aus dem Schenkenbergertal. Sprecher der IG sind CVP-Einwohnerrätin Esther Duran aus Windisch und Einwohnerrat Björn Urs Bürkler (Grüne) aus Brugg. Weitere Mitglieder aus dem Bezirkshauptort sind: Martin Brügger (Grossrat, SP), Julia Grieder (Einwohnerrätin, Grüne) und Reinhold Henneck (parteilos). Ausserdem aus Windisch dabei sind die Einwohnerrätinnen Renate Schraner (CVP), Luzia Capanni (SP), Mirjam Aebischer (SP), Karin Fehlmann (SP) und SP-Einwohnerrat Fredy Bolt sowie Wolfgang Hafner (parteilos) und Franziska Liechti (SP-Mitglied). Unterstützt wird die IG von Geschäftsführer Christian Keller vom VCS Aargau.

Ziel der IG ist es laut Sprecherin Duran, den Leuten eine Plattform zu bieten, auf der sie sich über das Projekt Oase informieren und wo sie sich selber einbringen können. «Uns geht es darum, mit offenen Karten zu spielen», sagt die Einwohnerrätin und ergänzt: «Wir vertrauten auf den Gemeinderat Windisch, dass er nur zu einem ganzheitlichen Verkehrskonzept Hand bieten wird. Inzwischen hat der Gemeinderat einen Richtungswechsel vorgenommen und weicht von seiner Stellungnahme im Januar ab, ohne uns zu ­informieren.»

Langsamverkehr und ÖV sollen gefördert werden

Der IG gehe es um eine zukunftsgerichtete und umweltverträgliche Siedlungsentwicklung mit einer nachhaltigen Mobilität, so Duran. «Wir wollen nicht noch mehr Strassen für noch mehr Verkehr.» Schliesslich wolle die IG die Ursache bekämpfen und nicht die Symptome. Sie befürwortet deshalb die Förderung des Velo- und Fussgängerverkehrs, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie verkehrslenkende Massnahmen. Dieser Teil der Oase soll unabhängig vom Bau des Autobahnzubringers realisiert werden. Aus Sicht der IG darf der Kanton das Vorhaben erst im Richtplan festsetzen, wenn für die Region Baden und Brugg eine Gesamtlösung vorliegt.

«Wird nur der Brugger Ast auf Stufe Festsetzung im Richtplan eingetragen, ist das Risiko viel zu gross, dass der Badener Ast gar nie realisiert wird», sagt Duran. Im Hinblick auf den Bau einer zweiten Rheinbrücke bei Koblenz hätte dies eine Zunahme des Schwerverkehrs aus dem süddeutschen Raum auf die Autobahn A1 zur Folge. «Leider hat uns der Kanton bisher nicht mitgeteilt, mit wie vielen zusätzlichen Lastwagen wir in der Region Brugg rechnen müssten.»

Die zuständige grossrätliche Kommission wird die Vorlage laut Martin Brügger im Dezember oder Anfang 2021 behandeln.

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