Brugg
Wir sind keine Schlafstadt: Ein Biergarten gegen die Langeweile

Philipp Wiederkehr (27) will zeigen, dass Brugg keine Schlafstadt ist – und lanciert daher im Geissenschachen einen Biergarten.

Janine Müller
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Philipp Wiederkehr (Hauptorganisator) und Beatrice Keller (Catering) stossen auf der Brugger Aarebrücke auf den Biergarten an.

Philipp Wiederkehr (Hauptorganisator) und Beatrice Keller (Catering) stossen auf der Brugger Aarebrücke auf den Biergarten an.

Janine Müller (jam)

«In Brugg läuft nie etwas!» «Brugg ist eine Schlafstadt!» – solche Aussagen sind keine Seltenheit. Aber stimmt es auch wirklich? Und könnte man nicht etwas dagegen unternehmen? Genau das hat sich der Brugger Philipp Wiederkehr (27) auch gedacht und beschlossen, seine Idee eines Biergartens umzusetzen. Ein Biergarten als Statement gegen die Schlafstadt Brugg, ein Biergarten gegen die angebliche Langeweile. «Die Idee von einem Biergarten ist schon lange herumgegeistert», sagt Philipp Wiederkehr. Der Kontakt zu hilfreichen Personen – Werbung, Catering – war schnell hergestellt. Stattfinden wird der Biergarten am Freitag, 29. Juni, und Samstag, 30. Juni.

Im Januar begann Philipp Wiederkehr mit der Planung. «Ich wollte schon lange einmal etwas für die Stadt machen und selber etwas auf die Beine stellen», erklärt er. Schnell war klar: Geeignet für einen Biergarten ist der Platz beim Schützenhäuschen im Schachen. «Dort stören wir niemanden», sagt der ABB-Elektroniker mit Teamleitungsfunktion. «Wir sind den Schützen auch sehr dankbar, dass sie uns den Anlass da durchführen lassen und wir die sanitären Einrichtungen nutzen können.»

Fünf Biersorten im Angebot

Aufgestellt werden ein Zelt – hoffentlich als Schattenspender und nicht als Schutz vor Regen – sowie 10 bis 15 Festbänke. Angeboten werden fünf verschiedene Biersorten, aber auch Hugo, Aperol Spritz, Wein und selbstverständlich Mineral. Ein Rahmenprogramm gibt es nicht, auch Musik wird nicht abgespielt.

Für das Catering besorgt ist Beatrice Keller (44) von Lunch & more in Brugg, auch bekannt unter Znünibus. Das Angebot an Esswaren wird beschränkt auf Würste und Steaks vom Grill, Pommes frites und Salate. Dazu gibt es Weisswürste und Brezel. «Das muss in einem Biergarten einfach sein», findet Beatrice Keller. Je nach Wetter werde man spontan noch Glace anbieten. Auflagen gibt es für den Biergarten ebenfalls. So muss alles in Plastikbechern serviert werden. Und der Sicherheit und dem Verkehrsaufkommen sei Sorge zu tragen. Die Organisatoren bitten die Einheimischen, zu Fuss oder mit dem Velo zu kommen.

Den Anlass hat Philipp Wiederkehr absichtlich noch klein gehalten. «Ich will zuerst schauen, wie gut der Biergarten ankommt und ob das überhaupt ein Bedürfnis ist.» Wird der Biergarten ein Erfolg, kann es sich Wiederkehr gut vorstellen, nächstes Jahr in eine neue Runde zu gehen.