Windisch

«Wir müssen ja nur Bananen klauen»

Die Kinderbande hat Riesenspass an ihrem originellen Bühnenauftritt in Königsfelden.Emanuel Freudiger

Die Kinderbande hat Riesenspass an ihrem originellen Bühnenauftritt in Königsfelden.Emanuel Freudiger

Die Kinderbande von Windisch im Stück «Hinter den 7 Gleisen» hat auch mehr als drei Wochen nach der Premiere noch nicht genug vom Theaterspielen.

«Es ist einfach alles toll», sagen die Kinder im Chor auf die Frage, was ihnen an ihrer Rolle im Stück «Hinter den 7 Gleisen» am besten gefalle.

Seit der Premiere am 26. Juli stehen die vier Buben und drei Mädchen mehrmals pro Woche im Park in Königsfelden auf der Bühne (die az berichtete).

Nun hat der Schulalltag wieder begonnen. Ist da das Theaterspielen nicht eine zusätzliche Belastung? «Nein», winken die Kinder ab.

«Ich mag es, wenn die Zuschauer lachen», sagt die 13-jährige Aliénor, die bereits zum dritten Mal bei einem Freilicht-Spektakel mitmacht.

Nervös sei sie nie, denn sie könne nichts falsch machen. «Wir müssen ja nur Bananen klauen und nicht jedes Mal das Gleiche spielen. Wenn die Bananen gelb sind, essen wir manchmal eine», sagt sie und strahlt.

«Wir spielen jedes Mal besser», schwärmt der 14-jährige Jason.

«Es ist auch cool, mal in Kleidern aus den 1950er-Jahren zu spielen.» Privat würde er sie aber nicht tragen.

Fionn, 11 Jahre, aus Windisch machte mit, um etwas Abwechslung in seine Sommerferien zu bringen. «Diese Auftritte sind eine mega gute Erfahrung und das Gebäude mit den grossen Türen ist wunderschön», sagt die 12-jährige Vera aus Hausen. Sie ist zum ersten Mal dabei.

Die beiden Geschwister David und Leonie aus Mägenwil treten zusammen mit ihrer Mutter, die als Frau Colona den roten Vespa-Kleintransporter lenkt, auf der Bühne auf.

Der 7-jährige David ist das jüngste Mitglied der Kinderbande und sagt: «Ich mache mit, weil ich Lust habe. Es ist immer lustig.» Seine um ein Jahr ältere Schwester Leonie referierte kürzlich vor ihrer Klasse über ihre Theatereinsätze.

Während der Ferien blieben sie manchmal nach ihrem Einsatz noch länger am Schauplatz. Jetzt, wo der Schulalltag sie wieder eingeholt hat, werden die Kinder kurz nach ihrem Auftritt – der Einstiegsszene – jeweils abgeholt.

Ob es in der nächsten Produktion «Die französische Seemannsbraut» (siehe separater Text) wieder Kinderrollen geben werde, ist gemäss Organisator Rico Spring noch nicht definitiv entschieden.

Für Spring ist das 9. Freilicht-Spektakel das erfolgreichste, das je auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Königsfelden aufgeführt wurde. «Letztes Jahr hatten wir rund 6500 Zuschauer, dieses Jahr werden es gut 8000 sein», so Spring. Das Stück ist restlos ausverkauft.

Bereits im Oktober findet das Casting für die nächste Produktion statt. Das Bühnenbild hat Spring schon ziemlich genau im Kopf. «Wir brauchen ein Meer in Königsfelden», sagt er und skizziert seine Vorstellungen. Hotel, Meer, Steg und ein Schiff.

Das 10. Freilicht-Spektakel wird vorerst das letzte im Innenhof von Königsfelden sein. Die bevorstehenden Bauarbeiten in der Klinik erlauben in den nächsten Jahren keine Freilicht-Aufführungen mehr im Park.

Rico Spring möchte nach 2014 aufeinen Zwei-Jahres-Rhythmus umstellen. Er sprudelt nur so vor Ideen.

«Ab Januar werde ich den ‹Schacher Sepp› umschreiben und neue Szenen integrieren. 2016 wollen wir damit im Schachen auftreten», sagt er zu seinen Plänen. Die alte Crew, die schon bei der früheren Produktion dabei war, soll dann wieder auf der Bühne stehen.

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