Brugg

«Wir haben viel Liebe hineingesteckt»

Pamela Mendez sieht der Aufnahme ihres Erstlings durch das Publikum entspannt entgegen. Foto: NIB

Pamela Mendez sieht der Aufnahme ihres Erstlings durch das Publikum entspannt entgegen. Foto: NIB

Das Debütalbum von Pamela Mendez mit selbst geschriebenen Songs ist erschienen. Seit sie 14 Jahre alt ist, schreibt Pamela Mendez Lieder. Immer wenn etwas sie stark bewegt, verarbeitet sie es auf diese Weise.

In einem Berner Café für «Musiker und verlorene Seelen», wie sie es bezeichnet, sitzt Pamela Mendez und trinkt entspannt einen Schwarztee. Erstaunlich entspannt, wenn man bedenkt, dass soeben ihr Debütalbum erschienen ist. Ist sie denn gar nicht aufgeregt, wie ihr Werk ankommt? «Doch, schon, andererseits bin ich auch unabhängig davon sehr stolz darauf.» Verständlich, denn auf dem Album befinden sich tagebuchmässig die intensivsten Momente aus knapp einem Lebensjahrzehnt vertont.

Seit sie 14 Jahre alt ist, schreibt Pamela Mendez Songs. Immer wenn etwas sie stark bewege, verarbeite sie es auf diese Weise. Inzwischen zählt sie 23 Jahre und hat das Sammelsurium der in der Zwischenzeit entstandenen englischsprachigen Lieder auf ein Album gebracht. «Sicherlich enthält das Album einige einfache, gar naive Songs, die ich in jungen Jahren geschrieben habe», sagt Mendez. Gerade die Einfachheit gewisser Songs, gepaart mit eingängigen Melodien, hat jedoch grosses Ohrwurmpotenzial. So kommt es auch, dass ihre erste Single-Auskopplung «Bubble Bubble» von den Radiostationen rauf und runter gespielt wird.

Vielseitiges Talent

Pamela Mendez ist jedoch zu weit mehr fähig, als nur nette Popsongs zu schreiben: Nachdem sie ein Jahr lang Gitarrenunterricht genossen hatte, vertiefte sie ihre Fertigkeiten selbstständig. Seither begleitet sie sich sowohl beim Songschreiben als auch bei Konzerten auf der Gitarre. Auch für das Arrangement der Songs zeichnet sie, zusammen mit Luk Zimmermann, der schon für die Band Lunik Alben produzierte, verantwortlich.

«Wir haben viel Liebe hineingesteckt. Wird man diese heraushören, ist das unser grösster Erfolg», so Mendez. Sie und Zimmermann hat die Wirkung ihres gemeinsamen Werks zumindest nicht verfehlt: «Wir hörten uns zusammen die Tracks ‹Make up› und ‹Home› an.» Da hätten sie sich ertappt, wie beide Tränen in den Augen hatten – «dies, nachdem wir die Songs bestimmt 100-mal gehört hatten», erzählt Mendez. Das Schlagzeug hat für das Album ein weiterer grosser Name der Musikszene eingespielt: Julian Sartorius, gemäss Mendez ein «Weltklasse-Schlagzeuger», der zuvor mit der international bekannten Schweizerin Sophie Hunger arbeitete.

«Das aktuelle Interesse besonders für weibliche Singer/Songwriter ist trügerisch. Es verschafft zwar erste Aufmerksamkeit, garantiert aber kein nachhaltiges Bestehen», ist sich Pamela Mendez bewusst. «Dennoch bin ich Vorreiterinnen, wie Sophie Hunger, sehr dankbar, dass sie den Weg geebnet haben. Vielleicht sind wir ein solch melancholisches Volk, dass wir diese Art Musik dringend benötigt haben», mutmasst Mendez lachend. Dem aktuellen Hype steht sie jedoch auch kritisch gegenüber: «Das Augenmerk könnte durchaus mehr auf anderen Stilrichtungen ruhen.» So fände sie es schön, würde elektronische Musik in der Schweiz grössere Medienpräsenz erhalten. «Mich interessiert schlicht interessante Musik – unabhängig von der Sparte.»

Längerfristiger Erfolg losgelöst vom aktuellen Wohlwollen gegenüber jungen Sängerinnen und Songschreiberinnen ist vor allem vom Weiterentwicklungspotenzial abhängig, weiss Mendez. Deshalb nimmt ihre Ausbildung an der Jazzschule in Bern einen wichtigen Platz ein.

Solide Ausbildung vor Ruhm

Für das Feilen am Album, die Promotionsarbeit sowie Auftritte hat sie die Schule unterbrochen, nimmt ihr Studium voraussichtlich im Herbst aber wieder auf. Und wenn das Publikum sie liebt, wie ihr Albumtitel «I Will Be Loved» prophezeit? «Es besteht schon Spielraum – abhängig davon, wie das Album ankommt», gibt Pamela Mendez zu. Mit ihren Studienkollegen bleibt sie auf jeden Fall in Kontakt. Von ihrer dreiköpfigen Band für Live-Auftritte stammen der Pianist sowie der Schlagzeuger aus ihrer Klasse. Mit ihnen kommt Mendez zweimal wöchentlich zum Proben zusammen. Es gilt, sich den Feinschliff zu holen für die kommende Open-Air-Saison.

Das Album «I Will Be Loved» ist bei Sophie Records / Sony Music erschienen.

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