Brugg
«Wir bieten für jeden etwas – auch für die Badener»

Nach 18 Jahren wird erstmals wieder ein Stadtfest durchgeführt – der OK-Präsident Michel Indrizzi erzählt, was die Festbesucher erwarten können. Seine Vorfreude ist riesig. Alle Involvierten befinden sich in Festlaune.

Claudia Meier
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Michel Indrizzi, OK-Präsident des Stadtfestes Brugg

Michel Indrizzi, OK-Präsident des Stadtfestes Brugg

Emanuel Freudiger

Seit wenigen Tagen künden bunte Plakate mit pink-grünem Logo das Grossereignis in der Stadt Brugg an. Wir treffen Stadtfest-OK-Präsident Michel Indrizzi zum Fototermin in der Schulthess-Allee, wo er gut gelaunt dem grauen, kalten Wetter trotzt und neben der Plakatwand posiert. Fürs Gespräch wärmen wir uns bei einer Tasse Kaffee im Café Fridolin auf. Indrizzis Vorfreude auf das Stadtfest ist richtig ansteckend.

Michel Indrizzi, wie lange sind Sie eigentlich schon in Festlaune?

Michel Indrizzi: Seit einem Jahr sind wir in Festlaune. Unser Antrieb war von Anfang an, dass wir eine tolle Party auf die Beine stellen wollen. Jetzt können wir es kaum mehr erwarten, bis es endlich losgeht. Wir dürfen unsere Festlaune noch auf die Bevölkerung übertragen.

Was feiern die Brugger genau?
2013 ist ein wichtiges Jahr für die Stadt Brugg und die Region und bietet sich für ein grosses Fest an. Brugg ist zwar nicht sehr «festerprobt», aber wir haben doch mehrere Gründe für eine grosse Party. So feiern wir 100 Jahre Städtepartnerschaft mit Rottweil, 150 Jahre Rettungskorps sowie die Eröffnung des Campus.

Und warum Ende Mai?

Wir suchten einen Termin, an dem es nicht kalt sein sollte und der dem Jugendfest - dem wichtigsten Brugger Festtag - nicht in die Quere kommt. Den Festbeginn an Fronleichnam erachten wir als ideal.

Warum heisst das Motto «Best of Brugg»? Muss es ein englischer Ausdruck sein?

Es war uns wichtig, ein Thema zu finden, das für alle offen ist. Das war ein längerer Prozess. Es soll ein Fest sein, an dem alle ihr Bestes geben können. Deshalb das Motto «Best of Brugg», das für uns nicht mehr englisch, sondern neudeutsch daherkommt.

Was ist das Ziel dieses Stadtfests?

Nicht nur Brugg, sondern die ganze Region soll zeigen, was sie besonders gut kann. Sei dies einen Bau zu erstellen, eine Bar zu betreiben, Getränke zu mixen, zu schiessen oder Harassen zu stapeln.

Wie beteiligt sich die Stadt Brugg?

Ohne die Beteiligung der Stadt Brugg wäre das Fest gar nicht möglich. Wir sind als Verein organisiert und betreiben auch Standortmarketing. Die Stadt wird die Leistungen des Bauamts, der Feuerwehr und der Polizei sponsern. Sollten alle Stricke reissen, übernimmt sie eine Defizitgarantie.

Wie gross ist das Festgelände?

Das Festareal erstreckt sich vom Schwarzen Turm neben der Aare bis zum Neumarkt. Es war uns klar: wir wollen kein Städtli- oder Altstadtfest, sondern ein Stadtfest. Wir sind stolz auf unsere Stadt und die Region, und das wollen wir zeigen.

Wer wird das Stadtfest besuchen?

Alle sind eingeladen. Wir bieten für jeden etwas - auch für die Badener (lacht).

Wie viele Besucher erwarten Sie?

Verteilt auf die vier Festtage rechnen wir mit weit über 100 000 Besuchern.

Was wird geboten?

Wir bieten auf vier Bühnen viel Kultur und Unterhaltung mit täglich rund 20 Acts. Mit nationalen Grössen wie Baschi und einem Überraschungsgast. Dazu kommen Darbietungen in den Beizen und auf der Strasse.

Kommt Gölä nach Brugg?

(lacht verlegen) Also wir erwarten wirklich einen tollen Star, auf den wir uns freuen können. Mehr sage ich noch nicht.

Okay. Ist das bereits alles?

Neben den nationalen Stars bieten wir auch regionalen Grössen eine Plattform. Zu einem guten Fest gehören auch Lunapark, Beizen und gutes Essen. Das Fest lebt nicht zuletzt auch von den vielen Vereinen, die mitmachen. Es gibt also keine Ausrede, nicht ans Stadtfest zu kommen.

Welches sind die Highlights?

Jeder wird ein anderes Highlight erleben - es wird sich für alle lohnen, nach Brugg zu kommen.
Die erste Vorbereitungssitzung fand bereits im Jahr 2008 statt. Sie blicken bestimmt auf einen steinigen Weg zurück?
Ja, viele wünschten sich ein Stadtfest, aber wer organisiert es? Jetzt sind wir ein ausgezeichnetes OK. Wenn man nach 18 Jahren ein Stadtfest auf die Beine stellt, ist es nicht wie an einer Badenfahrt, an der man auf bewährte Konzepte und Personen zählen kann. Wir sind alles Frondienstler, die sich anstrengen, trotz grosser Arbeitsbelastung die Freude an dieser ehrenamtlichen Arbeit niemals zu verlieren. Anders würde es, so glaube ich, gar nicht funktionieren.

Zur Person

Michel Indrizzi, geboren 1967, ist Brugger Ortsbürger. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Indrizzi ist Geschäftsführer in einem KMU für Blechbearbeitung und Anlagenbau. In der Stadt Brugg ist er seit 2011 als FDP-Politiker Mitglied der Schulpflege. Seine Hobbys sind: Vereinsleben, OK-Römertag, Laufsport und Skifahren. (AZ)

Wie laufen die Vorbereitungen?

Sehr gut. Jetzt sind wir am Feinschliff. Die anfänglichen Bedenken, dass wir die Festmeile nicht füllen können, haben sich schnell in Freude über mehr als 80 Mitwirkende gewandelt. Glücklicherweise mussten wir keinem Verein eine Absage erteilen. Wir müssen uns nicht verstecken, denn wir haben viel erreicht und werden noch viel erreichen.

Macht Windisch auch mit?

Ja, verschiedene Vereine haben sich angemeldet. Meiner Meinung nach gehören Brugg und Windisch zusammen.

Das sehen aber nicht alle so.

Das ist eine Frage der persönlichen Einstellung.

Was ist noch zu tun bis zum Fest?

Der Werkhof ist mit den Bauten beschäftigt. Wir sind an den letzten Platzanweisungen. Und die Werbung ist angelaufen.

Braucht es eine Festplakette und was kostet sie?

Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Zutritt zum Stadtfest kostenlos. Alle anderen bezahlen 10 Franken für einen Tagespass oder 20 Franken für einen Festpass. Im Preis inbegriffen ist der öffentliche Verkehr im Bezirk Brugg.

Machen Sie Kontrollen?

Die Stadt wird nicht abgeriegelt. Wir werden aber sicher bei den Bühnen Zugangskontrollen durchführen. Der Kauf eines Tagespasses oder Festpasses sollte doch Ehrensache sein (lacht).

Werden Sie selber das Fest auch geniessen können?

Ich freue mich extrem auf das Fest und habe eine gute Kondition. Wenn ich es nicht geniessen könnte, hätte ich diese Arbeit wohl nicht auf mich genommen. Unser Ansporn war ja, ein Fest für uns, die Stadt und die Region zu lancieren. Das eine oder andere Bier liegt also bestimmt drin.

Was werden Sie am Sonntagabend, 2. Juni, um 20 Uhr sagen?

Wir werden auf ein tolles Fest zurückblicken und viele glückliche Gesichter vor uns sehen. Danach werden wir als OK zusammenkommen und auf unser gelungenes Fest anstossen. Da bin ich mir ganz sicher.

Und dann müssen wir wieder 18 Jahre bis zum nächsten Stadtfest warten?

Der Vorteil ist ja, dass wir dann über eine Grundlage und Konzepte verfügen, auf die wir wieder zurückgreifen können. Die Vereinsstatuten sehen vor, dass wir einen allfälligen Reingewinn in ein nächstes Stadtfest investieren. Es sollte doch möglich sein, alle fünf Jahre ein solches Fest durchzuführen. Es muss ja nicht immer pompöser werden. Wir backen lieber kleine Brötchen ohne grosse Luftblasen. Falls Geld übrig bleibt, muss es aber zwingend fürs nächste Stadtfest eingesetzt werden.

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