Wer regelmässig in Altstädten unterwegs ist, weiss: Es gibt kaum etwas Trostloseres als verwaiste Erdgeschosse in geschichtsträchtigen Liegenschaften. Das gilt auch für Brugg. Hier machte das einzigartige Baby- und Kinderkleidergeschäft «manuElle» an der Hauptstrasse 64 Ende Juni letztes Jahres dicht. Seither stand das frühere Nähatelier und Ladenlokal leer.

Vor wenigen Wochen hat sich das geändert: Zuerst schmückte eine einfache Werkbank den kahlen Raum und seit ein paar Tagen ist auch die Schaufensterauslage wieder passend zur Saison bestückt. Zu finden sind Schlitten, Kinderskis, Ski- und Schneeschuhe sowie anderes Wintersport-Zubehör.

Permanente Repair-Werkstatt

Dahinter steckt Heinz Trachsel, der diesen Raum gemietet hat und darin mit Interessierten eine permanente Repair-Werkstatt etablieren möchte. Mit anderen Worten: Hier könnte ein Treffpunkt für Kids und Teenies entstehen oder eine eingerichtete Freizeitwerkstatt, in der man defekte Gegenstände bringen und von Spezialisten reparieren lassen kann. Maschinen und Werkzeuge könnten geteilt und ausgeliehen werden. Mit Blick auf bereits diskutierte Ideen für die künftige Nutzung des Effingerhofs, heisst es auf dem grünen Zettel im Schaufenster, dass man hier praktisch testen könnte, wie gross das Interesse an einer Freizweitwerkstatt ist, um daraus eine IG oder Lobby zu bilden für etwas Umfassenderes.

Inzwischen hat Heinz Trachsel mit einer Skiwerkstatt angefangen: Belag reparieren, Kanten schleifen, Bindung anpassen und einstellen, Ski und Board wachsen unter Anleitung und Mithilfe des Besitzers. Die Öffnungszeiten erfolgen auf Vereinbarung (auch kurzfristig unter Telefon 078 744 11 33 möglich).

Als weitere Dienstleistungen im Sinne des Modells «Besitz auf Zeit» ist der Verleih von Kinderskischuhen und -skis für die ganze Saison, Schneeschuhen, Rodeln, Schneesägen, Schneeschaufeln sowie Ferbedo-Schlitten (der offenbar geniale Schlitten für Tiefschnee, der das Schlitteln auch für Familien und Erwachsene wieder attraktiv macht).

Trachsel ist offen für weitere Ideen. «Wenn man gar nichts macht, passiert in der Altstadt auch nichts», fasst er sein jüngstes Projekt zusammen. Er habe noch andere Maschinen und Werkzeuge, die er zu Hause vielleicht nur dreimal im Jahr brauche und die er hier mit anderen teilen könnte. Wichtig ist ihm, dass sich alle ohne eine Mitgliedschaft handwerklich betätigen können.