Bei den Gemeindewahlen in Windisch schlägt die SP ihre «erfahrenen und integren» Parteimitglieder zur Wahl vor: die bisherige Gemeinderätin Rosi Magon als Vizeammann, Christoph Haefeli als neuer Gemeinderat. Nichts Aussergewöhnliches.

Aber: Beim Amt des Gemeindeammanns setzt die SP auf Heidi Ammon, empfiehlt damit also «angesichts der Auswahl zwischen zwei bürgerlichen Kandidaturen» die amtierende Gemeinderätin der SVP. Zur Erinnerung: Für die CVP steigt Heinz Wipfli ins Rennen.

Weitsichtiges Führungs-Duo

Wie kommt es dazu? «Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen», sagt Paul Bitschnau, Präsident der SP-Fraktion in Windisch. Er ergänzt: «Auch bei der Wahl zum Gemeindeammann geht es um Persönlichkeiten, unabhängig von der Parteizugehörigkeit.»

Bitschnau räumt ein, dass sich die SP und die SVP in vielen Bereichen nicht nahe stehen. Trotzdem: Mit der SVP-Kandidatin Heidi Ammon seien bei der Zusammenarbeit in Gemeinderat und Einwohnerrat in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht worden. «Durch ihre Verantwortung für die Gemeindefinanzen hat Heidi Ammon Einblick in alle Teile der Verwaltung. Wir trauen ihr zu, dass sie die die Gemeinde umsichtig führen und voranbringen wird.»

Die SP ist überzeugt, dass mit dem weitsichtigen Führungs-Duo Heidi Ammon als Gemeindeammann und Rosi Magon als Vizeammann eine konstruktive, produktive und zukunftsgerichtete Tätigkeit möglich ist. «Das Frauen-Duo kann positive Akzente setzen. Es harmoniert und funktioniert – auch über die Parteigrenzen hinweg», sagt Bitschnau.

Als Beispiel nennt er die Sanierung des Bezirksschulhauses. Heidi Ammon und Rosi Magon hätten nach der Erkrankung des bisherigen Gemeindeammanns Hanspeter Scheiwiler (FDP) die nicht ganz einfache Herausforderung gepackt, seien mitten in einen laufenden Prozess eingestiegen und hätten den Umbau zum Abschluss gebracht.

Eigentlich ein linkes Anliegen

Ebenfalls beeindruckt hat Bitschnau Heidi Ammons Engagement für die finanzschwachen Gemeinden – «eigentlich ein linkes Anliegen». «Sie hat proaktiv das Heft in die Hand genommen und setzt sich für Windisch ein. Sie ist regional und kantonal gut vernetzt», steht für die Fraktionspräsidenten fest.

Übrigens: Die Wahlempfehlung der SP hat laut Bitschnau in der Partei zwar für Gesprächsstoff gesorgt, negative Reaktionen habe es aber praktisch keine gegeben.