Der 8. Januar ist in verschiedener Hinsicht ein Datum mit Folgen für die Gemeinde Windisch: Vor 40 Jahren – 1974 – tagte der Einwohnerrat erstmals. Vor einem Jahr rückte der damalige Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler für eine Operation ins Spital ein.

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Anschluss an diese Operation bewogen Scheiwiler dazu, bei den Neuwahlen nicht mehr anzutreten. Er wurde nun gestern Mittwochabend anlässlich des ersten Neujahrsapéro für die Bevölkerung im Foyer des Campussaals offiziell von der politischen Bühne verabschiedet.

Vier prägende Eigenschaften

Robert Kamer, FDP-Parteikollege und bis Ende 2013 Einwohnerratspräsident, fiel die Ehre zu, das politische Schwergewicht Scheiwiler nach 20 Jahren im Dienste der Gemeinde Windisch zu verabschieden. Kamer sprach von vier Eigenschaften, mit denen man den scheidenden Gemeindeammann am besten beschreiben könne: Scheiwiler sei ein Lenker und Macher, was in dieser Kombination eher selten sei. «Ohne sein riesiges Engagement für die Vision Mitte wären wir heute nicht hier», so Kamer am Rednerpult mit dem Campussaal-Logo.

Zweitens sei er ein hervorragender Netzwerker sowie ein vorzüglicher Gastgeber gewesen, der es stets verstanden habe, die lokale Geschichte und die regionalen Produkte zu vermarkten. Hanspeter Scheiwiler sei – so der vierte Punkt – das Gesicht der Gemeinde gewesen und habe unzählige Projekte aufgegleist und realisiert. «Einer ging mit der Fahne voraus. Aber es braucht Leute, die hinterher laufen, denn alleine kann man nichts erreichen», sagte Scheiwiler, sichtlich bewegt zum Abschied. «Was in Windisch passiert, liegt nun in eurer Hand.»

Anfang einer neuen Tradition

«Es ist wie in der Kirche», fuhr Gemeindeammann Heidi Ammon fort und meinte damit den leeren Raum zwischen Rednerpult und Publikum. In ihrer kurzen Ansprache ging sie auf die Leitsätze «Windisch verbindet» und «Windisch kommuniziert» ein, die es auch in erweiterter Form zu pflegen gebe. In diesem Sinn werde der Gemeinderat 2014 jedem Quartier einen Besuch abstatten und so der Bevölkerung Gelegenheit bieten, mit dem Gemeinderat ins Gespräch zu kommen.

Den vielen Gästen gefiel der Anlass. «Schön, dass wir diesen Neujahrsapéro für die Bevölkerung noch erleben dürfen», sagten Hansruedi und Margrit Keller. «Endlich macht die Gemeinde etwas und erhöht nicht nur den Lohn des Gemeinderats.» Etwas oberflächlich und wenig charismatisch fanden einige die erste Ansprache von Ammann Ammon. Nächstes Jahr wollen sie hier aber wieder anstossen. «Auch die Brugger wären willkommen», fügte eine Frau augenzwinkernd an.