Windisch
Windischer Feldlazarett ist unter Dach und Fach

In Windisch wurden südlich der Klosterkirche zwei mobile Feldlazarette erstellt, wie sie von den Soldaten auf Märschen errichtet wurden: authentisch nachgebildet und ausgestattet. Die Feldlazarette entsprechen der 10. Station des Legionärspfades.

Edgar Zimmermann
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Gäste und Organisatoren der Aufrichte ziehen eine Lederblache auf die letzte noch offene Dachlücke des Lazarettes. nn

Gäste und Organisatoren der Aufrichte ziehen eine Lederblache auf die letzte noch offene Dachlücke des Lazarettes. nn

In Vindonissa befand sich das erste Spital im Gebiet der heutigen Schweiz. Es umfasste 60 Zimmer, die je 3 bis 6 Patienten aufnehmen konnten.

«Eindrücklich war aber auch das enorme Wissen der damaligen Ärzte; ihre Behandlungsmethoden blieben bis ins 17. Jahrhundert praktisch unverändert», so Thomas Pauli, Direktor Museum Aargau, an der gestrigen Aufrichte.

Das Spital als 10. Station des Legionärspfades nachzubauen, überstieg die Möglichkeiten.

Stattdessen werden als Alternative südlich der Klosterkirche zwei mobile Feldlazarette erstellt, wie sie von den Soldaten auf Märschen errichtet wurden: authentisch nachgebildet und ausgestattet. «Dies wird ein neues, spannendes Highlight des Legionärspfades», so Pauli.

300 Funde in Vindonissa

Gemäss Betriebsleiterin Rahel Göldi handelt es sich einerseits um ein Krankenzelt, anderseits um ein Behandlungs- und Operationszelt für die ärztlichen und zahnärztlichen Eingriffe.

Die Besucher finden die Betten und die chirurgischen Instrumente vor – allein in Vindonissa wurden 300 diesbezügliche Funde gemacht –, dann Medikamente, Salben, Heilkräuter, Verbände, die Krankenakten, die Angaben über die Behandlungen. Auch ein kleiner Altar für die Fürbitte zuhanden der Götter fehlt nicht.

Die Zelte bestehen aus Original-Ziegenleder. Aufgabe der Aufrichtegäste war es, die letzte Dachöffnung mit der Lederblache zu überziehen. Umgeben sind die Lazarette von einer Befestigungsanlage mit Wall und Pfählen.

Willkommene Unterstützung

Ursula Diebold überbrachte namens der Aargauischen Kantonalbank einen Check in Höhe von 50 000 Franken. Die Bank sei stolz, aus dem Vergabungstopf, der aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums geäufnet worden war, dieses faszinierende Projekt unterstützen zu können.

Als «Geburtshelfer» des Legionärspfades und Finanzbeschaffer stand der Verein Freunde Vindonissapark auch diesem Projekt zur Seite, wie dessen Vertreter Paul Küng erläuterte. Einen weiteren Beitrag leistete die Ernst- Göhner-Stiftung.

Die Feldlazarette werden am 15. Juni eröffnet und im Herbst wieder abgeräumt – bis zum nächsten Jahr. Neu in Betrieb kommen eine Audio-Thementour für Erwachsene zum Thema Heilkunde – und eine Spieltour für Kinder.

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