Von der Decke der Aula im Chapfschulhaus Windisch hängt ein Mix von Pappfiguren. Batman-Imitate baumeln neben Niki-de-Saint-Phalle-Engeln und geflügelten Schweinchen. Die von den Chapf-Schülern gebastelte Dekoration ist mutig, etwas verstörend und überaus fantasievoll.

Und damit passt die Deko perfekt zur Soundkulisse des Windischer Chors Close Harmony, der sich in der geschmückten Aula derzeit für die bevorstehenden Konzerte einsingt. Die rund 30 Close Harmony-Sängerinnen und -Sänger haben Grosses vor. «Klassische A-cappella-Literatur war für uns nie ein Thema», erzählt Chor-Präsident und Bass-Sänger Norbert Oehrli. «Die Leute haben doch genug von diesen immer gleichen Arrangements der Musical-Klassiker.»

Deshalb wagt sich Close Harmony an neues Material heran, mit ureigenen Interpretationen. Sie wollen «David Bowie gegen den Strich bürsten» und zeigen keine Berührungsängste vor Meat Loaf-Songs, Bruno Mars-Balladen und Abba-Hits.

Nische gesucht und gefunden

Zuständig fürs aktuelle Konzertprogramm ist Chorleiter Thomas Müller-Millet, der die ausgewählten Stücke seinen Sängerinnen und Sängern auf den Leib arrangiert und für Spannungsmomente und Hühnerhaut sorgen will. «In der A-cappella-Szene gibt’s viele hochkarätige Ensembles, an deren Stimmgewalt und Präzision wir wohl nicht rankämen. Wir suchten uns deshalb eine Nische, die noch nicht besungen wird und in der wir was Neues wagen können», verrät Müller-Millet.

Zur Verstärkung hat er seinen Sängern für die bevorstehenden Konzerte Ende März einen Schlagzeuger und einen Bassisten zur Seite gestellt, die hie und da rhythmisierend ins Geschehen eingreifen. «Drift Away», «How Deep Is Your Love», «Hot Summer Night», «The Rose» und ein Abba-Medley stehen unter Anderem auf dem Konzertprogramm. Alles Songs, die Chorleiter Thomas Müller-Millet ausgesucht hat. «Als Sänger haben wir kein Stimmrecht», sagt Norbert Oehrli lachend. «Wir vertrauen dem Geschmack unseres Dirigenten voll und ganz.» Dass dieser Dirigent am Probe-Intensivtag Ende Februar noch nicht vollends zufrieden ist mit seinen Schützlingen, gehört zum Sing-Geschäft mit dazu. «De Wenter muess no geftiger cho», spornt er seine Sänger an. «Tüet die Spannig ruig nochli usezögere.»

Spannung bietet das Konzertprogramm von Close Harmony allemal. Aus Freude singen, Neues wagen und damit das Publikum begeistern: Mit diesem Anspruch tritt der Windischer Chor am kommenden Wochenende gleich zweimal an. Man darf gespannt sein.

Die nächsten Konzerte finden in der Stanzerei Baden statt und zwar am Freitag, 21. März 20.15 Uhr sowie am Samstag, 22. März, 20.15 Uhr.