Windisch
Windisch will neue Wege gehen und Wasserstrom als Standard anbieten

Die Gemeinde hat das zweite Re-Audit erfolgreich bestanden und darf das Label Energiestadt für weitere vier Jahre beanspruchen. Das spornt Windisch an, weitere innovative Projekte aufzugleisen.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Energiestadt Windisch

Energiestadt Windisch

cm

Windisch trägt das Label Energiestadt (siehe Box) seit neun Jahren. «Das Label ist als Prozess zu verstehen», sagt Projektleiter Remy Schärer mit Verweis auf die sechs Bereiche, die das Label ausmachen. Dass die Gemeinde Windisch beim zweiten Re-Audit ganze vier Prozentpunkte zulegen konnte, ist ein deutliches Zeichen für nachhaltige Energiepolitik und einen effizienten Umgang mit Ressourcen. Dieser Leistungsausweis animiert die Verantwortlichen, weitere Projekte zu lancieren und einige Pendenzen anzupacken.

Aktivere Kommunikation erfordert

Das bessere Resultat im zweiten Re-Audit wurde vor allem durch die Realisierung von innovativen Bauprojekten wie dem Campus, effizientere Strassenbeleuchtung, die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf dem Gemeindegebiet dank Wärmepumpen und der Förderung des Langsamverkehrs erzielt. «Die Gemeinde Windisch will einen optimalen Rahmen schaffen, damit die Bevölkerung den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen einfach im Alltag umsetzen kann», sagt Vizeammann Heinz Wipfli.

Windisch engagiert sich seit neun Jahren als Energiestadt

Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für eine fortschrittliche Energiepolitik auf Gemeindeebene. In der Schweiz gibt es 303 Energiestädte, in denen rund 4 Millionen Einwohner leben. Das Label wird von einer unabhängigen Kommission verliehen und ist vier Jahre gültig. Beurteilt werden 79 Massnahmen in sechs Bereichen: Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Für das Label muss die Gemeinde mindestens 50 Prozent der Massnahmen umgesetzt oder beschlossen haben. Windisch ist seit 2003 Energiestadt und schaffte das Zertifizierungsaudit mit 57 Prozent der Maximalpunkzahl. Beim ersten Re-Audit 2008 erreichte die Gemeinde 56 und beim zweiten in diesem Jahr 60 Prozent der Maximalpunktzahl. (cm)

Ungenügend schnitt die Gemeinde im Bereich Kommunikation ab. «Wir sind zu bescheiden und müssen vermehrt zeigen, was wir bieten», so Wipfli. Als eine der nächsten Massnahmen wird sich die Energiestadt an der Gewerbeausstellung Expo 2012 vom 25. bis zum 28. Oktober im Brugger Schachen präsentieren.

Pionierhaft ist die Vergütung zum Hochtarif für Stromeinspeisungen von Fotovoltaikanlagen ins Netz durch Private. So haben Private einen Anreiz, in erneuerbare Energien zu investieren, ohne lange auf die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) warten zu müssen. Positiv bewertet wurde auch das geplante Konzept Fahrtenkontingent für die Überbauung Kunz-Areal, das in der Nutzungsplanung festgeschrieben ist.

Wasserstrom als Standard anbieten

Im Moment laufen Abklärungen, ob Wasserstrom standardmässig als günstigster Strom der Gemeinde Windisch abgegeben werden kann. Strom aus erneurbaren Energien soll mindestens gleich günstig sein wie Atomstrom. Von den 3666 Stromkonsumenten beziehen aktuell nur 66 Öko-Strom. Im August werden die politischen Parteien zu einem Workshop eingeladen, um gemeinsam die neue Stossrichtung in der kommunalen Energiepolitik festzulegen. «Wir wollen nicht einfach alleine etwas machen, sondern die Parteien ins Boot holen», so Wipfli. Themen wie die Einführung von Lenkungsmassnahmen dürften viel zu reden geben.

Aktuelle Nachrichten