Windisch
Die Arbeitersiedlung im Zelgliacker ist 40 Jahre alt – anfängliche Schwierigkeiten sind längst vergessen

Ziel der Architekten war es, im Zelgliacker in Windisch Reihenhäuser mit Wohngärten zum Preis einer Mietwohnung zu realisieren.

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Die Kinderschar der ersten Stunde ist ausgeflogen, geblieben ist eine lebendige Nachbarschaft.

Die Kinderschar der ersten Stunde ist ausgeflogen, geblieben ist eine lebendige Nachbarschaft.

zvg/Gemiwo AG

40 Jahre ist es her, seit am 1. Oktober 1981 die ersten Mieterinnen und Mieter mit ihren Kindern in die Arbeitersiedlung im Zelgliacker in Windisch eingezogen sind. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Metron Architektur AG sehr viel gedankliche Arbeit in das Projekt investiert. Ergebnis war nicht nur eine innovative Wohnsiedlung, sondern auch die Gründung der Gemiwo AG, welche die Liegenschaft noch heute im Eigentum hat und verwaltet.

Die Architekten hatten sich zum Ziel gesetzt, Reihenhäuser mit Wohngärten zum Preis einer Mietwohnung zu realisieren und anzubieten, blickt die Gemiwo AG in einer Medienmitteilung zurück. Zur genauen Klärung der Bedürfnisse wurden dazu in der benachbarten Couvertfabrik und dem Kabelwerk umfangreiche Befragungen mit Arbeitern durchgeführt.

Radikal konzipiert, verzichteten die Häuser auf alles, was nicht absolut notwendig war. Neben kostengünstigem Wohnraum boten sie dafür Spielraum für bauliche Anpassungen und Ausbaupotenzial im Dachraum.

Heute ist Siedlung bestens integriert im Umfeld

Anstelle der damals beliebten Genossenschaft wurde mit der Organisationsform bewusst jene des klassischen Investors gewählt, heisst es weiter in der Medienmitteilung. «So konnten die Verantwortlichen zeigen, dass der Betrieb von kostengünstigem Wohnraum und selbstbestimmter Verwaltung nicht im Widerspruch zur Rolle des Investors stehen muss.» Weil allerdings kein solcher bereitstand, wurde der «Wohnverein Metron» gegründet, der die Siedlung ins Eigentum übernommen hatte.

40 Jahre später hat die Siedlung Zelgliacker ihre Pionierphase hinter sich gelassen. Während die Bauten zu Beginn von den Nachbarn heftig bekämpft und kritisiert wurden, ist sie heute sowohl in ihrer Erscheinung wie in ihrer Wirkung bestens integriert im Umfeld, so die Gemiwo AG.

Nur geübtes Auge erkennt letzte Reste vom Selbstbau

Die Wohnungen sind geweisselt und haben Einbauküchen. Höchstens noch in den Dachräumen erkennt das geübte Auge da und dort letzte Reste vom Selbstbau, stellt die Gemiwo AG fest. «Die Kinderschar der ersten Stunde ist ausgeflogen. Geblieben ist hingegen die starke Identifikation der Mieterinnen und Mieter mit ihrer Siedlung, eine lebendige Nachbarschaft und die Wertschätzung der vorhandenen Gestaltungs- und Nutzungsfreiheiten.» (az)

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