Letztes Jahr erlitt der Windischer Gemeinderat Schiffbruch. Mit dem Vorschlag den Steuerfuss von 118 auf 124 Prozent zu erhöhen, hatte er im Einwohnerrat keine Chance. An der Steuerschraube wurde nicht gedreht. Das soll auch im kommenden Jahr so bleiben.

Die zuständige Gemeinderätin Heidi Ammon-Graf präsentierte das Budget 2013: „Wir werden wieder Schulden aufbauen." Knackpunkt des Budgets 2013 ist die sehr geringe Eigenfinanzierung von rund 630‘000 Franken. Dies entspricht bloss 12 Prozent der budgetierten Investitionen. Die gebundenden Ausgaben seien in den letzten Jahren stark angestiegen, begründet der Gemeinderat die negative Entwicklung des Eigenfinanzierungsgrads. Ohne Finanzausgleich lasse sich die Finanzmisere für die nächste Generation kaum lösen.

Steuerfuss steigt vorerst nicht

Noch 2005 betrug der Schuldenberg der Gemeinde Windisch 32 Millionen Franken. Dann wurde der Steuerfuss 2006 von 110 auf 118 Prozent erhöht. Doch die Mehreinnahmen reichten nicht, um die Schulden abzubauen und die zusätzlichen Ausgaben zu decken. Die Schulden sanken im vergangenen Jahr auf den Tiefststand von 14,3 Millionen Franken.

Mit dem Voranschlag, über den der Einwohnerrat am 17. Oktober beraten wird, werden die Schulden bis Ende 2013 wieder auf 22,5 Millionen Franken anwachsen. Trotzdem will der Gemeinderat noch keine Steuererhöhung beantragen. Ammon sagt: „Wir versuchen es nochmals. Aber den Gremien wurde in den Finanzworkshops bewusst, dass es so nicht mehr lange weiter gehen kann." Im Sinne einer transparenten Kommunikation wurde das Budget den Fraktionspräsidien bereits präsentiert.

Gemeinderätin Heidi Ammon über ihre Initiative für strukturschwache Gemeinden

Gemeinderätin Heidi Ammon über ihre Initiative für strukturschwache Gemeinden

Windisch verbündet sich mit anderen Gemeinden

„Das Finanzproblem hat die Gemeinde Windisch in keiner Art und Weise gelöst", sagt Ammon. Sie hat deshalb im Frühling die Bildung einer Interessengemeinschaft (IG) für einen fairen Finanz- und Lastenausgleich ins Leben gerufen. Dieser IG haben sich neben Windisch die Gemeinden Aarburg, Birr, Menziken, Neuenhof und Suhr angeschlossen. Ziel ist es, sich gemeinsam beim Kanton Gehör im Hinblick auf die Überarbeitung der Aufgaben- und Lastenverteilung und den neuen Finanzausgleich zu verschaffen. „Zudem muss die Differenz von aktuell 66 Prozent zwischen dem grössten und kleinsten Steuerfuss im Kanton verkleinert werden", so Ammon.