Riniken

Willkommen in der Welt der Hellseher, Ploderi und Ufo-Sektenanhänger

Michel Gammenthaler (Mitte) mit Ivan und Tanja auf der Bühne.

Michel Gammenthaler (Mitte) mit Ivan und Tanja auf der Bühne.

Zauber- und Comedykünstler Michel Gammenthaler hat sein 5. Soloprogramm «Scharlatan» vor Heimpublikum im Zentrum Lee in Riniken gezeigt. Das Publikum hatte viel zu lachen – und kam ins Staunen.

Eine gemütliche Atmosphäre herrscht auf dem Vorplatz des Zentrum Lee am Donnerstagabend. Die Besucher, die meisten aus Riniken aber auch solche aus umliegenden Dörfern, geniessen den Apéro und diskutieren, bevor Zauberer und Comedian Michel Gammenthaler sein neues Programm «Scharlatan» vorstellt . Er wird danach ein Jahr lang durch die Deutschschweiz touren, das Fürstentum Lichtenstein inklusive.

Drei Jahre ist es her, seit er das letzte Mal im Lee auftrat, ein Heimspiel hatte. Denn der gebürtige Zürcher wohnt mit seiner Familie in Riniken. «Ich habe ihn schon mehrmals gesehen und hoffe, dass ich einfach lachen kann. Mindestens genauso wie bei Bänz Friedli», erklärt eine Frau.

Der Kulturverein «rinikenLIVE» holt immer wieder namhafte Künstler ins Lee, so war auch der bekannteste Schweizer Hausmann, Bänz Friedli, schon hier. Andere erzählen, wie sie Michel Gammenthaler am Humorfestival in Arosa oder im Zirkus Knie erlebt hätten.

Michel Gammenthaler steht im grau-glänzenden Anzug und mit schwarzen Lackschuhen auf der Bühne und begrüsst das Publikum. Das heisst, er will es begrüssen. Statt eines klaren «guten Abend miteinander» ertönt ein Pfeifen und Knistern.

Der Kleinkünstler, 1,94 Meter gross, schnappt sich das Kabel, schneidet es durch und murmelt: «Alles muss man selber machen.» Er benetzt die Kabelenden und führt diese wieder zusammen. Der «Mikrofön» ist repariert. Tatsächlich baumelt am Kabelende ein Fön, den er nun als Mikro benutzt – ohne Störungen versteht sich.

Witz, Schalk und Zauberkunst

Michel Gammenthaler zeigt verblüffende Zaubertricks, doch was das Publikum von Anfang an in seinen Bann zieht, ist das Mundwerk. Er «schnurret», dass einem schwindlig wird. Manchmal ist er sich selbst zu schnell und muss einige Atemübungen auf der Bühne machen.

Er führt das Publikum in die Scharlatanerie ein, in die Welt der Hellseher, Gedankenleser. «Ein Scharlatan ist ein Ploderi, Schwätzer, Ufo-Sektenanhänger und Lehrer.» Das Publikum lacht und Gammenthaler grinst. «Streckt mal eure Arme aus», fordert er die Leute auf. Er schaut sie sich an und bemerkt: «Toll, mit diesem Handgelenk können sie wunderbar in den Ausgang.» Und sogleich: «Darf ich ihre Uhr haben?»

Die Dame, sie heisst Elsbeth, händigt die Uhr aus. Der Zauberer lässt sie verschwinden. «Es hält sich das Klischee, Zauberer seien Taschendiebe. Ich habe das gar nicht nötig, ich musste Elsbeth nur nett fragen.» Die Uhr taucht später in einem Paket mit Wecker wieder auf, das seit Programmbeginn an der Decke befestigt war. «Ich werde nicht gern in so was reingezogen, doch er hat das sensationell gemacht», sagt Elsbeth Merki aus Riniken.

Die Unterlippe zittert

Michel Gammenthaler verbindet die Magie der Zaubertricks, mit Witz und Ironie. Er bezieht das Publikum mit ein. Wenn er sich in andere Sphären begibt, lässt er die Unterlippe zittern und verdreht die Augen. Wie Gedankenübertragung funktioniert, zeigt er mit Ivan und Tanja.

Das Paar sitzt auf der Bühne, die Augen sind geschlossen. Michel Gammenthaler erklärte zuvor, dass sie aufstehen sollten, sobald sie eine Berührung spürten. Der Zauberer führt seine beiden Zeigefinger zusammen, Tanja und Ivan stehen zeitgleich auf.

Die Frau, die wie bei Bänz Friedli einfach lachen wollte, ist verblüfft: «Ich bin vollkommen fasziniert und konnte viel lachen. Das Ganze ist auch sehr mysteriös: Wie kam die Uhr ins Paket?» Ein Mann, der nicht an Zauberei glaubt, meint: «Das war sensationell und sehr clever gemacht.» Seine Frau ergänzt: «Es ist das ganze Package mit Witz, Ironie und Zauberei, was es so genial macht.»

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