Morgenfeier
Willi Wengi sagt, warum sich jede Tradition verändert

Festredner Willi Wengi kennt den Rutenzug seit seiner Kindheit. Von den Brugger Schülern wollte er an der Morgenfeier wissen, was ihnen gefällt und wo es Änderungen braucht.

Claudia Meier
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Michael Hunziker

Welchen Reiz hat eigentlich die Tradition des «Tüschle» am Zapfenstreich für die Jugendlichen im Zeitalter von Smartphones und Facebook noch? Ist der Rutenzug ein alter Zopf oder bedeutet er den Schülern etwas? Der Brugger Ortsbürger und FDP-Einwohnerrat Willi Wengi, der dieses Jahr die Festrede an der Morgenfeier im Freudenstein hielt, wollte es genau wissen: Er liess die Brugger Schüler Aufsätze schreiben, um zu erfahren, was für sie der Höhepunkt des Jugendfests ist. Mehr noch: Wengi forderte die Schüler während seiner Rede auf, gemeinsam ihren Favoriten zu nennen.

Impressionen von der Morgenfeier.
66 Bilder
Impressionen von der Morgenfeier.
Impressionen von der Morgenfeier.
Impressionen von der Morgenfeier.
Impressionen von der Morgenfeier.
Impressionen von der Morgenfeier.
Impressionen von der Morgenfeier.
Zum Singen stehen alle auf
Wer im Schatten sitzt, darf sich glücklich schätzen
Wasserfontäne beim Erdbeeribrunnen
Stau auf der Hauptstrasse in der Brugger Altstadt
Stadtammann Daniel Moser winkt dem Publikum zu
Sie sitzen auf der Sonnenseite
So lässt sich der Umzug bequem beobachten
Sie singen aus voller Kehle
Noch schnell ein Blick zur eindrücklichen Wasserfontäne
Mittendrin der Gemeindeammann von Schinznach-Bad
Noch ist es angenehm schattig
Jetzt wird es schon langsam heiss
Lehrpersonen beobachten die Morgenfeier kritisch
In gedanken vielleicht schon am Spielnachmittag
In Gedanken versunken
Haselruten vor der Stadtkirche
Huch, jetzt ist es aber wirklich sehr heiss!
Hier sitzen alle zusammen, um die Morgenfeier mitzuverfolgen
Guten Sicht vom Stapferschulhaus her auf den Freudensteinplatz
Glücklich sind die, die sitzen können
Für die Morgenfeier versammeln sich alle im Freudenstein
Für die Kinder gibt es im Publikum viel zu entdecken
festredner Willi Wengi (links) und Stadtammann Daniel Moder (Mitte)
Für den Rutenzug haben sich alle herausgeputzt
Diese Klasse ist mit pinken Rosen unterwegs
Diese Gruppe ist besonders bunt unterwegs
Die Wasserstation ist an der Morgenfeier unverzichtbar
Die Musikgesellschaft Lauffohr
Die Stadtmusik Brugg
Die Einen singen auswendig, die Anderen lesen ab
Der Musikverein Brugg-Windisch
Der schönste Tag im Brugger Kalender
Die Buben mit Haselruten und die Mädchen mit Blumen
Das Spiel der Kantonspolizei Aargau ist alle drei Jahre dabei
Das Spiel der Kantonspolizei Aargau
Der Blumenkranz macht sich gut
Brunnenschmuck vor dem Brugger Ratsaal
Behördenvertreter der Nachbargemeiden
Bei den älteren Teilnehmern halten sich nicht mehr alle an die Kleidervorschriften
An der Morgenfeier ist volle Konzentration gefragt
Auch das Milität darf nicht fehlen
Behördenmitglieder und Gäste

Impressionen von der Morgenfeier.

Michael Hunziker

Besonders beliebt sind das Feuerwerk und der Heimzug. Letzterer für einen jungen Mann, der nicht namentlich erwähnt werden möchte, auch deshalb, weil danach die Ferien beginnen. Für Fabienne aber, weil es so schön bunt ist.

Leider sei die Festrede für keinen einzigen Schüler ein Höhepunkt, stellte Wengi verständnisvoll fest. Dennoch erinnerte der 61-Jährige daran, dass dank der Tradition des Rutenzugs Freundschaften entstanden, die sein Leben noch heute prägen. Er liebe die Stadt Brugg nicht wegen des Neumarkts. Sein liebster Ort sei der Hexenplatz. Für ihn seien es die Häuser und Plätze, die Geschichten aus seinem Leben erzählen.

Liebe am Jugendfest entdeckt

Vor genau 49 Jahren habe er als kleinster Kadett zuhinterst im Zug versucht, im Schritt am Umzug mitzulaufen, erinnerte sich der Festredner. Ebenso so präsent sind Wengi das «Tüschle» am Zapfenstreich und die gemeinsamen Erlebnisse während dem Jugendfest mit einer jungen Liebe. Von der Tagwache über den Umzug mit der Granate auf dem Hut, über das Tanzen am Nachmittag auf der Schützematt bis zum Heimzug und darüber hinaus: Er habe jeden Moment und Blickkontakt mit dem Jugendfestschatz genossen. Und genau diese Erinnerungen trage er tief im Herzen. Niemand könne sie ihm wegnehmen.

Impressionen vom Brugger Rutenzug.
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Impressionen vom Brugger Rutenzug.
Impressionen vom Brugger Rutenzug.
Impressionen vom Brugger Rutenzug.
Impressionen vom Brugger Rutenzug.

Impressionen vom Brugger Rutenzug.

Michael Hunziker

Von der Schülerin Loubna erfuhr das Publikum, dass das «Tüschle» in der Primarschule noch ein Thema war, aber in der Oberstufe nicht mehr verbreitet ist, weil viele Schüler von auswärts nach Brugg kommen. Grundsätzlich habe die persönliche Kommunikation gegenüber Facebook und Smartphone schon noch seinen Reiz, heisst es von Schülerseite.

Und auch wenn nicht mehr alles so gemacht wird wie früher, möchte die Brugger Schülerschar auf keinen Fall auf das Jugendfest verzichten und bekundet aktiv keine Änderungswünsche. Wengi zeigte auf, dass der Freudensteinplatz bedingt durch den Anbau des Stapferschulhauses in den nächsten Jahren umgestaltet wird. Dies habe dann möglicherweise Auswirkungen auf das Jugendfest.

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