Region Brugg
Wildschwein-Schäden nehmen zu – Kosten von über 150'000 Franken

Im letzten Jahr kam es zu mehr Schäden – die Wiederherstellung der Wiesen ist sehr teuer.

Désirée Ottiger
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Wildschweine richten vor allem auf Wiesen grosse Schäden an, aber auch auf Weizen- und Maisfeldern sind sie aktiv. AZ Archiv/BRUNO KISSLING

Wildschweine richten vor allem auf Wiesen grosse Schäden an, aber auch auf Weizen- und Maisfeldern sind sie aktiv. AZ Archiv/BRUNO KISSLING

BRUNO KISSLING 0041 79 603 70

Die scheuen Wildschweine bekommt man selten zu Gesicht, doch die Schäden, die sie anrichten, sind kaum zu übersehen. Im vergangenen Jahr waren im ganzen Kanton im Durchschnitt rund 50 Prozent der durch Wildschweine verursachten Schäden auf dem Wiesland zu finden, im Bezirk Brugg 50 bis 80 Prozent. Die Wildschweine wühlen dort im Boden, um an Würmer oder Insektenlarven zu kommen.

Die Wiederherstellung der Schäden ist gerade auf Wiesen sehr teuer. Die Löcher müssen in aufwendiger Arbeit maschinell oder von Hand zugedeckt werden und anschliessend muss die Fläche neu angesät werden. Auch in Mais- und Weizenfelder kam es im vergangenen Jahr zu Schäden, allerdings waren diese deutlich geringer als auf den Wiesen.

Auf Zunahme folgt oft Abnahme

Gemäss Reto Fischer von der kantonalen Sektion für Jagd und Fischerei im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, beliefen sich die durch Wildschweine verursachten Schäden im Bezirk Brugg vergangenes Jahr auf rund 150 000 Franken. Damit stieg die Schadenssumme gegenüber dem Vorjahr um über 60 000 Franken und gegenüber 2014 gar um 100 000 Franken.

In den vergangenen 15 Jahren verzeichnete man jeweils drei bis vier Jahre lang eine Zunahme der Schäden, gefolgt von einer deutlichen Abnahme. Weshalb die Schäden in den letzten drei Jahren derart zugenommen haben, lässt sich laut Reto Fischer nur erahnen. Einfluss darauf können zum Beispiel das Nahrungsangebot, die Witterung oder Störungen im Lebensraum haben.

Die Jagdreviere Schinznach-Dorf-Oberflachs und Linn verzeichneten letztes Jahr mit je 25 000 Franken die grössten Schadenssummen im Bezirk Brugg, Riniken mit 165 Franken die tiefste. Reto Fischer sagt aber dazu: «Es macht wenig Sinn, die Schadensummen pro Gemeinde zu vergleichen. Eine Wildschweinrotte kann gut in wenigen Tagen mehrere Kilometer zurücklegen und wieder ganz woanders Schäden machen.» Dies zeigt auch die Statistik: Während sich die Schadenssumme 2016 im Jagdrevier Linn auf 25 000 Franken belief, waren es 2015 nur 4500 Franken. Die von Wildschweinen angerichteten Schäden müssen auch bezahlt werden. Maximal 25 Prozent des Jagdpachtzinses eines Jagdreviers übernimmt die örtliche Jagdgesellschaft. Den Restbetrag vergütet der Kanton mit den Einnahmen durch Jagdpachtzinsen. Sei es direkt oder indirekt: Die Jagdgesellschaften kommen also vollumfänglich für die durch Wildschweine entstandenen Schäden auf.

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