Brugg

Wieso Hochuli zum geplanten Asylzentrum im «Jägerstübli» schweigt

Susanne Hochuli will sich um geplanten Asylzentrum im «Jägerstübli» erst äussern, wenn ein Entscheid zum Baugesuch gefallen ist.

Susanne Hochuli will sich um geplanten Asylzentrum im «Jägerstübli» erst äussern, wenn ein Entscheid zum Baugesuch gefallen ist.

Regierungsrätin Susanne Hochuli hat nun auf einen offenen Brief des CVP zum geplanten Asylzentrum im «Jägerstübli» geantwortet. Eine öffentliche Informations-Veranstalung gibt es aber vorläufig keine. Hochuli fürchtet Widerstand.

«Wir halten der Regierungsrätin zugute, dass sie jetzt offen und prompt reagiert, und dass sie detailliert zu unseren bemängelten Punkten Stellung nimmt», sagt Matthias Rüede, Präsident der CVP-Ortspartei Brugg. Er spricht von der eben eingetroffenen Antwort auf den offenen Brief seiner Partei an Susanne Hochuli. Mit dem Inhalt der Antwort sei die CVP nur teilweise zufrieden. Nach wie vor stehe man einzelnen konzeptionellen Punkten skeptisch gegenüber, sagt Rüede. «Überhaupt nicht überzeugend» sei aber das Kommunikationsgebahren des Kantons.

Noch nie hat sich der Kanton als Gesuchsteller für die Umnutzung des ehemaligen Restaurants Jägerstübli zur Asyl-Unterkunft den Fragen und Befürchtungen der Öffentlichkeit gestellt. Das zuständige Departement Gesundheit und Soziales (DGS) hat mit den Einwenderverhandlungen gerade mal vor 18 Einspracheberechtigten seine minimale Pflicht erledigt. Das sorgt noch immer für massiven Unmut im Lauffohr-Quartier und bei vielen Einwohnern in Brugg, die sich schon lange eine öffentliche, gross angelegte Informationsveranstaltung wünschen.

Hochuli befüchtet Widerstand

Jetzt gesteht die Regierung offen ein, dass hinter ihrer passiven Haltung eine Strategie steckt: Vor Wochen schon hatte Departementssprecher Balz Bruder – was auch die Stadtregierung ärgerte – angekündigt, es werde keine Informationsveranstaltung geben, bevor die Umnutzungsbewilligung nicht erteilt sei. Vorsteherin Susanne Hochuli verleiht dem gar Nachdruck: «Ich bitte Sie um Verständnis, dass vor dem Entscheid über das Baugesuch keine grosse Informationsveranstaltung durchgeführt wurde.»

Die Erfahrung der letzten Wochen und Monate hätten leider gezeigt, so Hochuli weiter, dass solche Veranstaltungen nicht in erster Linie für Informationszwecke benutzt würden, sondern der Formierung des Widerstands gegen die vorgestellten Pläne dienten. Damit begründet die Regierung ihre Zurückhaltung mit dem befürchteten Widerstand.

Die Fragen aus dem Quartier, wie man sich nun eine fundierte Meinung bilden solle, bleiben offen. «So können wir nicht entscheiden, ob wir dafür oder dagegen sein sollen», heisst es vom Quartierverein.

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