Bözen

«Wie wär’s mit Tee?»: Es geht mit viel Schuss in das neue Jahr

Henry Böhm (links) ist ein Filmstar, der den Zenit seiner Karriere längst überschritten hat und einen spektakulären Abgang plant.

Henry Böhm (links) ist ein Filmstar, der den Zenit seiner Karriere längst überschritten hat und einen spektakulären Abgang plant.

Das Neujahrstheater führt in Bözen eine bittersüsse Komödie auf. Dabei hat die bisherige Souffleuse eine Premiere.

Sieben Jahre lang war sie unter der Bühne versteckt; nun wagt sich die bisherige Souffleuse Dominique Oswald zum ersten Mal ins Rampenlicht auf die Bözer Theaterbretter.

«Ich war schon lange neugierig darauf, wie man sich als Spielerin fühlt, habe mich aber zuerst nicht getraut.» Die andern hätten ihr Mut gemacht und zwei Wochen vor der Premiere sagt Dominique Oswald: «Es gefällt mir schon sehr gut.»

Spielen und Soufflieren könne man nicht vergleichen. Als Souffleuse habe sie jeweils das ganze Stück überblickt; nun verbringe sie viel Zeit hinter der Bühne und sei nur bei ihren Szenen dabei. «Es ist beides interessant; aber ganz anders.»

Total 36 Proben führt der bewährte Regisseur Stefan Rüthi mit seinen Spielern vom Herbst bis Silvester durch. «Es ist wieder eine tolle Truppe. Routiniers und junge Spieler ergänzen sich gut.»

Das Stück wurde letztes Jahr in Zürich uraufgeführt

Das Stück heisst «Wie wär’s mit Tee?» und stammt aus der Feder des jungen Aargauer Autors Enrico Maurer. Es wurde erst letztes Jahr in Zürich uraufgeführt. «Mir gefällt die Mischung aus Komödie mit Wortwitz und den gefühlvollen Szenen», so Rüthi.

Die Hauptrollen haben Peter Amsler als Filmstar Henry Böhm und Michael Winter als Zimmerkellner Felix Hubacher. Stefan Rüthi: «Die beiden haben je rund 350 Einsätze. Das ist beeindruckend viel Text zum lernen.»

«Tödliche Liebe»

Henry Böhm war einmal ein grosser Filmstar; nun ist er zum zweiten Mal geschieden und verbringt seine Abende einsam und trinkend. Auch gute Rollenangebote bleiben aus. Bei den Dreharbeiten zu «Tödliche Liebe» – einem Film völlig unter seinem Niveau – beschliesst er, seinem Leben ein Ende zu setzen, und heuert für sich selber einen Auftragskiller (Diego Baumann) an, denn zumindest sein Abgang soll spektakulär werden.

Er will in der Hotel­suite während eines Interviews mit der Journalistin Julia Martin (Dominique Oswald) erschossen werden. Die Journalistin ist sehr attraktiv und weckt die Lebensgeister des alternden Filmstars wieder.

Dies ist die Ausgangslage des neuen Stücks; viel mehr wolle man im Vorfeld nicht verraten, so der Regisseur. Auf der Bühne stehen ausserdem Astrid Amsler als Filmpartnerin Carmen Kaiser, Regina Schlienger als Regieassistentin Isabelle Steiner, Sabrina Winter als Schwester der Hoteldirektorin und Vreni Liebhardt als Hoteldirektorin Alexandra Nauer.

Vom Neujahrstheater zur Silvestergala

Über 100 Jahre lang war der Neujahrstag in Bözen für das Theater reserviert. Diese Tradition findet 2020 ihren Abschluss. Zum ersten Mal in der Geschichte des Bözer Theaters werden dann im selben Jahr zwei verschiedene Stücke aufgeführt.

Im Januar 2020 das Stück «Wie wär’s mit Tee?» und dann bereits schon am 31. Dezember 2020 das neue Stück.

«Wir machen aus dem Neujahrstheater eine Silvestergala», so Vreni Liebhardt. Die Premiere des 2021-Theaters findet also am letzten Tag des Jahres 2020 statt; die andern Aufführungen dann wie gewohnt im Januar 2021 (Kindervorstellung ist am ersten Samstag im Januar).

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