«Una storia di un grande amore», tönt es aus den Lautsprechern auf der Fussballanlage Nidermatt in Birr. Es ist dies die Clubhymne der «alten Dame», wie der Traditionsverein Juventus Turin mit den 31 gewonnen Scudetti, Italiens Meistertiteln, genannt wird.

Eine «Liebesgeschichte» stand denn auch am Anfang der Beziehung zwischen dem 1897 gegründeten Top-Verein und dem FC Birr: Juniorenobmann Luca Federico wollte sich ursprünglich um Spieltickets seines Lieblingsvereins kümmern und kam so mit den Initianten der Juventus Soccer Camps in Kontakt. Mit Giovanni Carta bildet er das OK des Juventus-Camps.

In dieser Woche findet das Camp zum zweiten Mal statt. Stolz schreiten die 70 Kinder, Buben und Mädchen, im Juventus-Tenue auf den Rasen. Die Wasserflasche haben sie in der Hand und die werden sie nach zwei schweisstreibenden Trainingsstunden bei strahlendem Sonnenschein auch brauchen.

Zum Aufwärmen laufen die jungen Fussballer locker durcheinander, dann stoppt jeder seinen Ball: «Uno, due tre!» Unter Freudengeschrei werfen sie die Bälle in die Luft – das 2. Juventus Camp hat begonnen. Angeführt wird die Fussballwoche in Birr von Headcoach Attila Malfatti. Der ehemalige Serie-A-Spieler und heutige U-16-Trainer von Juventus Turin ist mit zwei Trainer-Kollegen nach Birr gereist. Unterstützt werden sie von Trainern des FC Birr, auch um die Anweisungen an die Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren auf Deutsch zu übersetzen.

«Wir können auch etwas lernen»

Am ersten Tag geht’s um die Ballführung: Die Spieler müssen mit dem Ball am Fuss um die Töggeli laufen. Attila Malfatti steht nah bei jedem Spieler, lobt, wenn es gut war, sagt aber auch klar, was verbessert werden soll. «Wir können so auch noch etwas lernen», sagt Luca Federico. Letztes Jahr trat er noch mit Trillerpfeife vor die Kinder, diesmal nicht mehr. «Ich habe gelernt, dass es die Trillerpfeife gar nicht braucht, damit die jungen Fussballer auf einen hören.»

Die Buben und Mädchen stehen geordnet in einer Kolonne und warten, bis sie an der Reihe sind. Ein schneller Antritt und das Leder wird um die Töggeli geschoben. Jeder Tag ist einem Thema gewidmet: So werden noch die Ballannahme, Torschuss und Passspiel geübt. Ein Turnier, ein Apéro für Eltern und Kinder sowie die Diplomübergabe stehen am Freitag dieser Woche auf dem Programm. Trainiert wird zwei Stunden am Morgen und zwei am Nachmittag.

Offside-Spaghetti

Dazwischen werden die jungen Sportlerinnen und Sportler mit Fussballmenus verpflegt: Hinter den Namen «Offside», «Penalty» oder «Salto Einwurf» verbergen sich die bewährten «Spaghetti Bolognese», «Pouletschnitzel mit Hörnlisalat» oder «Pizza». «Wir bieten den Kindern auch nach dem Essen etwas», sagt Luca Federico. So wird Lotto gespielt oder eine Panini-Tauschbörse aufgezogen, damit jeder und jede zum Fussball-WM-Startschuss das Fussball-Album mit seinen Stars komplett hat.