Brugg
Wie halten es die Stadtratskandidaten mit dem Thema Fusionen?

Am 4. März ist Stadtratswahl – die AZ hat den Kandidaten Peter Knecht und Jürg Baur auf den Zahn gefühlt.

Michael Hunziker
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Peter Knecht und Jürg Baur wollen in den Brugger Stadtrat.

Peter Knecht und Jürg Baur wollen in den Brugger Stadtrat.

Alex Spichale/zvg

Der Erfahrene mit dem grossen Netzwerk

Jürg Baur, 58, CVP, Schulleiter und Lehrbeauftragter FHNW

 Stadtratskandidat Jürg Baur, CVP, geht als Helfer an die Olympischen Spiele nach Südkorea, Hofstatt Brugg, 9. Januar 2018.

Stadtratskandidat Jürg Baur, CVP, geht als Helfer an die Olympischen Spiele nach Südkorea, Hofstatt Brugg, 9. Januar 2018.

Alex Spichale

Wie wollen Sie das Gremium Stadtrat mit Ihrer Persönlichkeit bereichern?

Ich möchte meine Offenheit, mein hohes Engagement zusammen mit den menschlichen Erfahrungen auch im Stadtrat einbringen; mein grosses Netzwerk kann dabei unterstützend wirken. Es ist mir wichtig, dass neben der Gewissenhaftigkeit auch der Humor nicht fehlen darf. Ich bin gewohnt, im Team zu arbeiten. Dank meinen politischen Tätigkeiten als langjähriger Einwohnerrat und aktueller Grossrat sind mir viele Abläufe im Gemeindewesen bekannt und vertraut.

Wie kann in Brugg das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden?

Unsere Stadt soll als Lebens-, Arbeits- und Kulturort für Alte und Junge, für Familien und für Gäste weiter an Attraktivität gewinnen. Ein funktionierendes Vereinsleben, ein vielfältiges Kultur- und Sportangebot tragen zu einer hohen Lebensqualität bei. Es muss uns gelingen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und die Verbundenheit zur Stadt, zur Region zu fördern. Freuen wir uns auf das Stadtfest Brugg im Jahr 2019 – lassen wir uns «verfärben» und zusammen feiern.

Wie und wo sehen Sie die Stadt Brugg in 10 Jahren?

Es ist wichtig, Bereitschaft fürs Anpacken von Chancen zu zeigen. Nutzen wir das grosse Innovationspotenzial im Umfeld der FHNW, dem Technopark, dem PSI und dem zukünftigen Park InnovAare. Zeigen wir Mut und unternehmen alles, damit Brugg zukunftsfähig und lebensfroh bleibt.

Wie stehen Sie dem Thema «Gemeindefusionen» gegenüber?

Brugg ist das Zentrum einer wunderbaren Region und für die zukünftigen Herausforderungen braucht es die umliegenden Gemeinden; aber die Region braucht auch ein starkes Brugg. Wir sollen die Rolle als Impulsgeber der Region weiterhin übernehmen.

Die Chance ist gross, dass Sie bei einer Wahl das Ressort Soziales, Gesundheit und Alter inklusive Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD) übernehmen dürfen. Wie soll dieser Gemeindeverband gestärkt werden?

Durch meine 10-jährige Tätigkeit im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst bringe ich einige Erfahrungen in diesem Fachgebiet mit. Der Zusammenzug der drei sozialen Bereiche war richtig, nun ist einer Konsolidierung grossen Wert zuzuordnen. Dazu muss eine verbesserte Vernetzung und Kooperation unter allen, die mit sozialen Aufgaben in der Region betraut sind, angegangen werden. Motivierte Mitarbeitende sind zum Gelingen dieser schwierigen Arbeit auch ein wichtiger Aspekt.

Der Einsatzfreudige mit der liberalen Haltung

Peter Knecht, 51, FDP, Inhaber und Geschäftsführer Columbus Tours AG

Susanne Seiler;zvg;

Wie wollen Sie das Gremium Stadtrat mit Ihrer Persönlichkeit bereichern?

Mit meiner klaren liberalen Haltung und meinem unternehmerischen Hintergrund ohne wirtschaftliche Verbandelung oder Abhängigkeit von städtischen/öffentlichen Aufträgen. Ich bin ein Teamplayer, gradlinig, zuverlässig und einsatzfreudig.

Wie kann in Brugg das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden?

Politik stellt in erster Linie Gemeinschaft her, indem sie im gemeinsamen Interesse aller Einwohner handelt. Wenn Stadtrat und Verwaltung diese Aufgabe gewissenhaft wahrnehmen und darüber transparent informieren, haben sie schon viel für das Gemeinschaftsgefühl getan. Im Übrigen finde ich als liberaler Mensch, dass Gefühlsförderung jeder Art eher etwas Privates ist und die schönsten Gemeinschaften aus privater Initiative entstehen. Zum Beispiel in Vereinen, deren Aktivitäten die Stadt deshalb unterstützen sollte.

Wie und wo sehen Sie die Stadt Brugg in 10 Jahren?

Brugg als Zentrum einer sich stark entwickelnden Region. Die Verkehrsproblematik ist entschärft, Kooperationen mit Nachbargemeinden sind weiter intensiviert (nicht zwingend über Fusionen). Die Attraktivitätslücke zwischen Neumarktplatz und Altstadt ist geschlossen. Der Steuerfuss liegt nicht über 100 Prozent.

Wie stehen Sie dem Thema «Gemeindefusionen» gegenüber?

Fusionen können geprüft werden, sie müssen aber von beiderseitigem Vorteil sein. Der entscheidende Punkt aber ist, dass die Einwohner dies wollen, nicht nur die Regierungen!

Die Chance ist gross, dass Sie bei einer Wahl das Ressort Soziales, Gesundheit und Alter inklusive KESD übernehmen dürfen. Wie soll dieser Gemeindeverband gestärkt werden?

Von Brugg ein klares Bekenntnis für die regionale Lösung, indem sich die Stadt weiterhin aktiv und konstruktiv im Vorstand des Gemeindeverbands einbringt und an dessen Weiterentwicklung mitarbeitet. Es gilt Vertrauen zu schaffen und den Gemeindeverband zu festigen, damit die anstehenden und kommenden Probleme gemeinsam angepackt und gelöst werden können.