Eine gemeinsame Reise soll die Ehe von Jan und Sylvia retten, so zumindest die Idee von Paartherapeutin Doktor Mörgeli. Das Paar hat ihren Rat ernst genommen und ist um die ganze Welt gefahren. Nach ihrer Rückkehr suchen die beiden die Therapeutin auf und erzählen, was sie erlebt haben.

Das war die Ausgangslage des diesjährigen Neujahrstheaters. Die Aufführung war auch bezüglich Bühnenbild eine Besonderheit und eine Neuheit: die Bühne war zweigeteilt. Auf der linken Seite - quasi in Echtzeit - sassen Doktor Mörgeli (Vreni Liebhardt) sowie Jan (Sven Kistler) und Sylvia (Jasmin Liebhardt). Rechts wurde gespielt, was die beiden erzählten. Jan und Sylvia in der Rückschau spielten Sven Heuberger und Sabrina Winter.

Kollegen sorgen für Turbulenzen

Für Turbulenzen auf der eigentlich romantischen Reise sorgten Reto (Marco Liebhardt), ein alter Dienstkollege von Jan, sowie Lukas (Martin Heuberger) und seine russische Ehefrau (Astrid Amsler). In diversen Rollen – unter anderem als Kunstmaler, Cowboy oder als Coffee-Shop-Besitzer – war Peter Amsler zu sehen.

Jan zur Therapeutin: "Ich habe die anderen drei mitgenommen, weil es als Gruppe Rabatt gab." Sylvia: „Sehen Sie, Frau Doktor Mörgeli, sehen Sie, wohin das geführt hat?" 

Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde eine rasante Reise rund um die Welt geboten. Von Brugg aus ging es direkt nach Paris und Rom, nach Madrid und Amsterdam, weiter bis Rio de Janeiro, dann über die USA, Hongkong und Moskau. Sylvia: "Immerhin konnten wir in Alaska etwas kuscheln. Allerdings nur, weil wir so gefroren haben." Die Therapeutin ist voller Verständnis für Sylvias Ärger, erlebt sie doch zu Hause mit ihrem Walti ein ähnliches Drama, wie sie während der Therapie gerne und ausführlich erzählt. 

Bühne ist eine Herausforderung

Die zweigeteilte Bühne ist nicht nur für die Schauspieler, sondern auch für das Team hinter den Kulissen eine Herausforderung. Regisseur Stefan Rüthi: "Die vielen und schnellen Szenen- und Kostümwechsel sind aufwendig." Er sei sehr stolz auf seine gesamte Crew. „Wir haben drei Monate intensiv gearbeitet und die Szenen mit viel Kreativität und Fantasie ausgearbeitet."

Nicht alle Zuschauerinnen und Zuschauer kamen gleich gut mit dem eher unkonventionellen Stück zurecht. Während die einen während zweier Stunden herzhaft lachen konnten, waren auch einzelne Stimmen zu hören, welche die "Weltumrunder" ein bisschen gewöhnungsbedürftig fanden.

Weitere Aufführungen: Samstag, 5. Januar, Freitag, 11. Januar, Samstag, 12. Januar; jeweils 20 Uhr. Mehr Infos hier.