Brugg-Windisch
Wettkampf der Lego-Roboter: Bronze reicht «Mindfactory» für EM-Qualifikation

Das Team aus der Region zittert an der First-Lego-League Robotik-Schweizer-Meisterschaften bis am Schluss.

Hans Christof Wagner
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Lego-Wettbewreb
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P2152357 Spannung pur bei der Siegerehrung im Audimax - «Mindfactory» (vorne) wusste erst am Schluss, ob die Leistung fürs Weiterkommen gereicht hat.
P2152345 Das Team «Mindfactory» präsentierte seine Forschungen in Sachen Littering.
P2152338 2,5 Minuten Zeit blieben für die Robot-Games.
P2152337 Das Team «Smilebots» erreichte in Windisch Patz 1 in der Gesamtwertung.
P2152335 Max Edelmann, Mitarbeiter am Institut für Automation der FHNW moderierte die Robot-Games.
Am Samstag sind die «Space Girls» aus Liestal das einzige reine Mädchen-Team am intensiven Wettbewerb an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch. Am Samstag sind die «Space Girls» aus Liestal das einzige reine Mädchen-Team am intensiven Wettbewerb an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.
P2152359 Den Pokal «Erster Platz im Design» konnte «Mindfactory» mit nach Hause nehmen.

Lego-Wettbewreb

Hans Christof Wagner

Nach den Regionalausscheidungen im Januar ist der Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz erneut Austragungsort der Wettbewerbe der First-Lego-League. Total 17 Teams aus der Schweiz haben sich qualifiziert, darunter auch «Mindfactory», jenes Team aus dem Raum Fricktal/Brugg/Baden, das als viermaliger Schweizer Meister in Folge, Europameister und Vizeweltmeister als einer der Favoriten gilt.

Benedek Mezei, Benedikt Amsler, Amos Burchia, Yael Erdin, Thomas Bundi, Yuri Honegger und Tobias Nemet sind «Mindfactory». Sie gehen auf verschiedene Schulen. Immer samstags kommen sie in Baden zusammen und tüfteln dann den ganzen Tag an ihren technischen Aufgaben.

«Wie alle Teams wussten wir seit August 2019, um was es im diesjährigen Wettbewerb geht», sagt Coach Margherita Bernero. «City Shaper» lautet das aktuelle Thema. Es geht um das Wohnen von morgen, die nachhaltige Stadt, Verkehrs- und Umweltfragen. Bei den Robot-Games sind die Aufgaben auch in diesem Themenfeld angesiedelt. Der von den Kindern und Jugendlichen programmierte Roboter muss selbstständig Häuschen aufeinanderstapeln, Kranlasten absetzen, Drohnen fliegen lassen, Verkehrsstaus beseitigen und vieles mehr. Je mehr Aufgaben erfüllt sind, desto mehr Punkte gibt es.

Zweieineinhalb Minuten Zeit haben die Mannschaften. Um die Aufgaben zu lösen, muss der Roboter immer wieder umgebaut werden. «Da muss jeder Handgriff sitzen», so Roger Erdin, Begleiter von «Mindfactory» und Vater der 14-jährigen Yael, einziges Mädchen in der Gruppe. Es gibt zwar mit den «Space Girls» aus Liestal auch ein reines Mädchen-Team, dennoch überwiegen die Jungs beim Wettbewerb.

Das Littering-Problem am Beispiel von Baden gelöst

«Aber nicht nur die Zahl der Punkte bei den Robot-Games fliesst in die Gesamtbewertung ein, sondern auch das Design der Roboter, wie das Team zusammenarbeitet und die Qualität der Forschungspräsentation», so Miriam Burchia aus Bözberg, deren Sohn Amos bei «Mindfactory» mitmacht. Die Lokalmatadore haben sich bei ihren Forschungen der Frage angenommen, wie man am Beispiel der Stadt Baden das Littering, also das Wegwerfen von Müll im öffentlichen Raum, bekämpfen kann. Sie präsentieren, in weisse Kittel gekleidet, Eimer, die beim Befüllen mit Müll dem Einwerfer Punkte gutschreiben. Sie sind der Meinung: «Mit Belohnung wird man dem Problem besser Herr als mit Bestrafung.»

Probleme indes macht der «Mindfactory»-Roboter. Immer wieder trifft er nicht die richtigen Stellen. Burchia: «Im Training am Freitag lief alles super, aber jetzt leider nicht mehr.» So genügen die Punkte bei den Robot-Games irgendwann nicht mehr – aus nach dem Viertelfinal. Aber das Ausscheiden bei den Robot-Games heisst noch nichts. So müssen die Aargauer Lego-Ingenieure bis zur Siegerehrung im Audimax bangen.

Am Schluss können sie über Platz 3 in der Gesamtwertung jubeln. Ein erster Platz im Design und ein dritter bei der Forschung haben mit zu Bronze verholfen. Das reicht für das Ticket nach Offenburg (D), wo am 6./7. März der Wettbewerb auf europäischer Ebene stattfindet.

«Das ist schon extrem kurzfristig», so Erdin. Aber sie nehmen die Herausforderung an. Und mit Offenburg, 120 Kilometer von Basel entfernt, ist der logistische Aufwand auch nicht allzu hoch. Da haben sie schon ganz andere Herausforderungen gemeistert – Europa- und Weltmeisterschaften in Dänemark, der Türkei und den USA.

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