Lupfig

Wertvoller Fund: 3000 Jahre alte Feuerstelle in Weiermatt-­Über­bauung ausgegraben

Rolf Jeltsch, Mitarbeiter der Kantonsarchäologie, legt in Lupfig die bronzezeitliche Feuerstelle frei.

Rolf Jeltsch, Mitarbeiter der Kantonsarchäologie, legt in Lupfig die bronzezeitliche Feuerstelle frei.

Die Kantonsarchäologie Aargau bringt in der Weiermatt-­Über­bauung Elemente bronzezeitlicher Vergangenheit ans Licht. Funde dieser Art gibt es eher selten.

In Lupfig wird zurzeit ein Stück Geschichte freigelegt: Auf der Baustelle der Weiermatt-­Über­bauung wurden Teile einer bronzezeitlichen Siedlung gefunden. «Die Grabungen haben in den letzten Wochen einige neue Erkenntnisse gebracht», erklärt Christian Maise, Grabungsleiter der Kantonsarchäologie Aargau.

«Wir wissen, dass hier eine bronzezeitliche Siedlung stand, das Alter schätzen wir auf etwa 3000 Jahre. Gefunden wurden Wandpfosten von Häusern, Feuergruben und eine kleinere Abfalldeponie, wo kaputte Keramiktöpfe entsorgt wurden. Die Feuerstelle ist etwa 0,6 x 1 Meter gross.

Dabei muss es sich um ein sehr heisses Feuer gehandelt haben. Vielleicht wurde hier gebraten oder gegart – das sind aber nur Mutmassungen.» Bis im März dauern die Grabungen noch an, dann erfolgt der Baustellenaushub. Dieser werde von der Kantonsarchäologie begleitet, sagt Maise. Es sei gut möglich, dass noch weitere Feuerstellen oder Keramikscherben zum Vorschein kommen, zusätzliche Funde von Hausstand­orten seien jedoch kaum mehr zu erwarten.

«Es handelt sich wohl um eine lockere Siedlung»

Wie viele Häuser die Siedlung insgesamt umfasste, sei nicht absehbar, meint der Grabungsleiter. «Die Grabung ist flächenmässig viel zu klein, um die Grösse abzuschätzen. Es handelt sich aber wohl um eine lockere Siedlung, in der die Höfe jeweils circa 50 bis 100 Meter Abstand zueinander haben. Der Umfang der Siedlungsfläche könnte nur durch weitläufige Grabungsfelder an verschiedenen Orten eingegrenzt werden», schildert Maise.

Insgesamt vier Erdschichten konnten auf der Weiermatt freigelegt werden. Bei der zweituntersten Schicht handelt es sich um die bronzezeitliche Ebene, die nun akribisch dokumentiert wird. «Von den Funden, die wir hier in der Siedlung gemacht haben, gibt es nicht sehr viele. So konnten wir doch einige Wissens­lücken auffüllen, die Funde sind dementsprechend wertvoll für die Forschung», erklärt Maise. «Die Vermutung liegt nahe, dass in der Gegend weitere Siedlungselemente zu finden sind», führt der Archäologe aus. «Allerdings führen wir Grabungen nur dort aus, wo gebaut wird. Ausserdem wird immer viel mehr Material durch die Bautätigkeiten entfernt, als dokumentiert werden kann.»

Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Wochen an die Oberfläche befördert wird. Einige wichtige Erkenntnisse zur bronzezeitlichen Vergangenheit in Lupfig konnten dank der Baustelle jedenfalls bereits jetzt festgehalten werden.

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