Gemeindeverband

«Werft das Handtuch nicht und kämpft weiter!»: Die Sozialen Dienste feiern sich

Reto Wettstein zeigt Boxhandschuhe und Schweisstuch.

Reto Wettstein zeigt Boxhandschuhe und Schweisstuch.

Der Gemeindeverband Sozialen Dienstleistungen Region Brugg feiert sein vierjähriges Bestehen. Dieses war nicht immer unproblematisch.

Seit vier Jahren sind die drei Bereiche Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD), Jugend- und Familienberatung sowie Mütter -und Väterberatung unter dem Dach der Sozialen Dienstleistungen Region Brugg zusammengefasst.

Die Geburt dieses neuen Gemeindeverbands für den Bezirk Brugg war nicht einfach. Erst im letzten November sorgte die Institution für Schlagzeilen, weil Verbandspräsidentin Marianne Möckli aus Villnachern und Vizepräsidentin Beatrice Bürgi aus Riniken aufgrund von Blockaden per Ende Jahr aus dem Vorstand austraten.

Der Gemeindeverband liess es sich aber nicht nehmen, nach der teilweise turbulenten Aufbauarbeit zusammen mit den «Schiffskonstrukteuren» der ersten Stunde und den 35 Mitarbeitenden auf das Erreichte zurückzublicken.

Unter dem Motto «Die Segel sind gehisst!» ist das Schiff nun bereit zum Auslaufen, was am Mittwochabend im Salzhaus Brugg gebührend gefeiert wurde. Interimspräsidentin Iris Schütz aus Effingen konnte rund 50 Gäste begrüssen. Zu diesen zählten Vertreter der 23 Mitgliedergemeinden, des Familiengerichts, von Partnerinstitutionen sowie ehemalige Vorstandsmitglieder  – darunter Marianne Möckli und Beatrice Bürgi.

«Oft sieht man nur den Weg vor sich und schaut nicht zurück», so Schütz. Sie betonte, dass der Verband heute gut aufgestellt und ein moderner Arbeitgeber sei. Nicht immer einfach sei es, die unterschiedlichen Erwartungen der Mitgliedergemeinden zu erfüllen.

Ein Münzwurf entschied über die Satzung

Als Mitgründer des Gemeindeverbands erzählte Rolf Fäs von der Beratungsfirma BDO, wie das Projekt nach einem Stillstand im Frühling 2014 wieder Fahrt aufnahm. Er erinnerte sich an eine legendäre Sitzung Ende Januar 2015 in Lupfig, als es aufgrund einer Pattsituation über ein Detail in den Satzungen zu einem Münzwurf kam.

Die ganzen Vorbereitungsarbeiten mit damals noch 26 Gemeinden sei unheimlich kompliziert gewesen, hielt Rolf Fäs fest. «Wichtig war, das Ziel nie aus den Augen zu verlieren.» Fäs hofft, dass das Schiff in ruhigeren Gewässern seinen Weg in die Zukunft finden wird.

Bruggs FDP-Stadtrat Reto Wettstein brachte eine «Happy Birthday»-Tasche mit. Er war der erste Verbandspräsident. Die neue Institution startete im Amtshaus und bezog 2017 nach umfassendem Umbau drei Obergeschosse an der Schulthess-Allee 1 in Brugg.

«Das war eine glückliche Fügung», stellte Wettstein fest. Aus der Geschenktasche zog er ein weisses Schweisstuch und rote Boxhandschuhe. Er appellierte an die Crew: «Werft das Handtuch nicht und kämpft weiter!» Wettstein ist überzeugt, dass der Verband den Gemeinden trotz hohen Fallzahlen Planungssicherheit bietet.

Mitarbeitende: Über die Hälfte ist seit 2016 dabei

Geschäftsführerin Gabriela Oeschger sagte, sie überlege sich, wo sie den Boxsack aufhängen wolle. Nach den vielen Herausforderungen betonte sie, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden seit 2016 zur Crew gehöre. Das letzte Jahr sei im Zeichen der Konsolidierung und Digitalisierung gestanden.

Sandro Rossi, Präsident am Familiengericht Brugg, lobte die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden, welche die Betroffenen stets ins Zentrum stellen. Bei der Teamvorstellung erfuhren die Gäste als Beispiel, dass die Klientenbuchhaltung insgesamt 51 Mio. Franken Klientenvermögen verwaltet.

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