Mittelstufenlehrer Urs Frey hat mit einem Teil seiner Klasse die Ausstellung über Nanotechnologie am Hightech-Zentrum in Brugg besucht. In nächster Zeit soll das Gelernte individuell oder in Gruppen aufgearbeitet werden.

Normalerweise unternehmen Lehrpersonen Ausflüge mit der gesamten Klasse. Nicht so der Lehrer aus dem Dohlenzelg: «Einerseits mussten alle interessierten Kinder über die Weihnachtsferien eine kurze Bewerbung verfassen, weshalb sie am Ausflug teilnehmen wollten. Es sollte allen Schülern die Möglichkeit geboten werden, die Ausstellung zu sehen. Andererseits wollte ich auf keinen Fall Kinder zwingen, mitzukommen, wenn es sie gar nicht interessiert», erklärt Urs Frey.

«Am obersten Limit»

Es waren unterschiedliche Gründe, welche die Schüler dazu bewegten, sich für eine Teilnahme am Ausflug zu bewerben.

Sophia wollte vor allem etwas über den Einsatz der Nanotechnologie in der Medizin erfahren. Marc schrieb, er habe sich schon im Vornherein schlau gemacht und herausgefunden, dass «Nano» aus dem Griechischen kommt und «Zwerg» bedeutet. Philip interessierte sich generell für Technik und hat zu Hause einen Experimenten-Kasten.

Ein solch komplexes Wissenschafts-Gebiet wie die Nanotechnologie sprengt die Grenzen an Stoff, die normalerweise in der fünften Klasse behandelt wird. Dies war dem Primarlehrer bewusst: «Dieses Thema bewegt sich vom Verständnis her am obersten Limit, was ein Zehnjähriger intellektuell verarbeiten kann.»

Trotzdem – oder gerade deswegen – lag es Frey am Herzen, den Nano-Wissensdurst vieler Schüler zu stillen. Am Tag der Ausstellung besuchte die Schülerschaft zusammen mit Urs Frey auch zwei Vorträge von namhaften Nano-Experten.

«Die Komplexität der Thematik wurde sehr gut auf ein verständliches Niveau heruntergebrochen, sodass es sogar Kinder verstehen konnten», sagt Frey. Die Kinder zeigten sich begeistert. Nach dem Ausflug erhielten sie den Auftrag, ihre Meinung zum vergangenen Anlass kundzutun.

Wie das Gelernte im Unterricht nun aufgearbeitet werden soll, ist noch offen. Eine Idee ist, dass die Schüler ihr Feedback der ganzen Klasse vortragen. Anschliessend können Schüler, die nicht am Ausflug teilgenommen haben, Fragen stellen, die dann vom jeweiligen Referenten beantwortet werden.

Im Plenum würde die Rückmeldung dann sprachlich überarbeitet werden. Eine andere Alternative wäre, dass sich jedes Kind intensiv mit einem Teilgebiet der Nanotechnologie befasst und dann eine kleine Dokumentation über seinen Fachbereich schreibt. Die dritte Möglichkeit, die Frey ins Auge fasst, bewegt sich im Rahmen der Naturwissenschaft: Die Klasse würde zusammen mit ihrem Lehrer das Thema Bionik behandeln.

Er schätzt die Nähe zum Campus

Dabei geht es darum, dass sich die Wissenschaft Tricks von Mutter Natur abschaut und diese dann in der Technik anwendet. «Die Herausforderung ist die, dass auch jene Schüler eingebunden werden, die nicht an der Ausstellung gewesen sind. Diese ebenfalls zu begeistern ist mein persönliches Ziel», sagt der Primarlehrer.

Er schätzt die Nähe des Dohlenzelg-Schulhauses zum Campus oder die kurze Distanz zur Hochschule für Technik. Mit dieser Sichtweise ist er aber wohl der Einzige: «Es ist doch schade, wenn wir unseren Standortvorteil nicht nutzen. Wir hätten so viele tolle Angebote.» Er sei bis jetzt von der ganzen Schule die einzige Lehrkraft, die mit ihrer Klasse die Nano-Ausstellung besucht habe. Im Schulhauskomplex ist neben der Primarstufe auch noch die Oberstufe einquartiert.

Frey würde für Exkursionen mit seiner Klasse gerne auch einmal weiter weg. Einen grossen Teil des Budgets müsste er dann aber nur schon allein für die Reisekosten aufwenden. Bevor Frey Lehrer wurde, war er in einem technischen Berufsfeld tätig – dadurch auch seine Affinität zur Nanotechnologie.

Die Ausstellung über Nanotechnologie ist noch bis zum 20. Februar im Hightech-Zentrum in Brugg (gegenüber dem Bahnhof) zu sehen.