Brugg
Wer den Effingerhof nutzen will, soll sich melden

Im öffentlichen Partizipationsprozess sind 62 Ideen für die künftige Nutzung des Effingerhofs zusammengetragen worden. Jetzt hat der Bauherr gesagt, wie es weitergeht.

Claudia Meier
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Alle bisherigen Mieter sollen ins Verwaltungsgebäude des Effingerhofs ziehen. CM

Alle bisherigen Mieter sollen ins Verwaltungsgebäude des Effingerhofs ziehen. CM

Claudia Meier (cm)

Wird es im Effingerhof in der Brugger Altstadt bald ein Backpackers-Hostel geben oder eine Markthalle? Die Cadima Real Estate AG mit Sitz in Villnachern, die den Effingerhof gekauft hat, ist offen, solche oder ähnliche Nutzungen zuzulassen. Das machte Bauherr Amos Kornfeld klar an der zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Brugger Rathaussaal. Voraussetzung ist, dass sich genügend Leute finden lassen, die ihre Ideen im Effingerhof umsetzen wollen – sei es als Zwischennutzung oder für ein längerfristiges Engagement.

Für die Trägerschaft sowie die möglichst vielseitige und publikumsorientierte Nutzung der insgesamt 1000 Quadratmeter grossen Fläche im Erdgeschoss soll der «Verein Effingerhof» gegründet werden. Interessenten oder solche, die weitere Informationen zur Trägerschaft wünschen, werden gebeten, sich bis Mitte Mai bei der Bauherrschaft (michael.kornfeld@cadima.ch) oder Projektleiter Walter Tschudin (w.tschudin@arch-t-u.ch) zu melden. Mit diesem Schritt entstehen keinerlei Verpflichtungen. Zu gegebener Zeit laden Bauherrschaft und Projektleitung zu einem Informationsaustausch über eine mögliche Trägerschaft ein.

Wohnungen und öffentlicher Teil

Bauherr Amos Kornfeld zeigte sich vom Ergebnis des öffentlichen Partizipationsprozesses mit sechs Werkstätten positiv überrascht: «Es beteiligten sich viele Menschen, und ich habe auch schon konkrete Anfragen erhalten.» Grundsätzlich werde es im Effingerhof – vor allem im Erdgeschoss – einen öffentlichen Teil geben, wo man Flächen mieten kann. Den weitaus grössten Teil werden Mietwohnungen ausmachen.

Hier ist Kornfeld offen für verschiedene Wohnformen für Familien, Alleinstehende oder sogenannte Clusterwohnungen mit gemeinsam genutzten Räumen. Potenzielle Mieter können sich ebenfalls melden. Für diese kann sich Kornfeld sogar einen weiteren, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Partizipationsprozess vorstellen. Die verschiedenen Gebäudeteile sollen in Etappen saniert und umgebaut werden. «Ich will schnell vorwärtsmachen, denn die Gebäudetechnik ist sehr ineffizient», sagte Kornfeld. Weil er bis zum Abschluss der Sanierung nur noch das Verwaltungsgebäude heizen möchte, sollen alle bisherigen Mieter hierhin umziehen.

Krishna Menon vom Kernteam betonte vor den rund 50 Anwesenden, dass ein solcher Prozess viel Zeit beanspruche und die Arbeit jetzt so richtig beginne: «Wir wollen die Leute zusammenbringen, die hier ihre Ideen realisieren wollen.» Dabei gehe es nicht nur um die Altstadt, sondern die Weiterentwicklung der Stadt Brugg.

Neben Gross- und Kleinstwohnungen in den obersten drei Stockwerken ist auch das Errichten eines Informationscenters, eines Tanzstudios sowie einer Eventhalle oder Lounge mit Café möglich. Im Untergeschoss sind Nutzungen als Freizeitwerkstätte, Sport-, Musik- sowie Lagerräume denkbar. Die mehrjährige Zwischennutzung soll Interessierte zum Ausprobieren einladen.