Mönthal

Wenn Werbefiguren wirklich werden

Viel Applaus für die Theaterleute und ihre Komödie «Und das am Hochziitsmorge».

Eigentlich möchte sie ja gar keine Riesenfete, die reizende Sandra Jaberg (Priska Baumgartner). Aber eine Hochzeit mit 400 Gästen und eine Trauung im Münster stehen ihr bevor. Verständlich dass am Hochzeitsmorgen alles Kopf steht. Aber Brautmutter Anita (Yvonne Wächter) bewahrt – vorderhand – kühlen Kopf. Ihr Vater, der Herr von Fellenberg (Vinzenz Eggermann), sucht verzweifelt schwarze Socken. Frau von Fellenberg (Evi Fedrizzi), Anitas Mutter, sorgt sich, ob der Bräutigam auch wirklich aus Kanada angereist kommt. Schliesslich hat sie gehört, dass kürzlich ein Bräutigam kurz vor dem Traualtar die Flucht ergriffen hatte und nicht mehr gefunden wurde.


Brautvater Manfred Jaberg (Patrik Wehrli) regt sich auf, weil der Caterer teuren russischen Kaviar liefert, statt des billigen dänischen und ganz allgemein wegen der Kosten der Hochzeit. Immerhin hat er eine Idee für die Kampagne der Büstenhalter-Fabrik, die er als Werber an Land gezogen hat: das Charleston-Girl. Eine Idee, die er nun seinem Geschäftspartner Beat Klein (Roland Inderwildi) schmackhaft zu machen versucht.


Ob es nun an den Tabletten liegt, die der Brautvater schlucken muss; an der Aufregung angesichts der Hochzeit oder schlicht daran, dass ihm jemand die Türe an den Schädel knallt? Jedenfalls taucht hinter dem Sofa in der jabergschen Stube plötzlich das Charleston-Girl Polly Perkins (Alice Merkli) auf. Im kurzen, roten Fummel und mit Federboa. Sie ist nicht von Infratest wie Manfred Jaberg vermutet. Sie ist auch nicht, wie die Frau von Fellenberg entrüstet meint, «eine ganz ordinäre Halluzination». Sie hat ihn ausgesucht, den Manfred Jaberg. Den mit dem strengen Blick. Nur Pech, dass ausser ihm – und dem Publikum natürlich – niemand die reizende Polly sehen kann.


Die Situation muss irgendwie gerettet werden. Was erwartungsgemäss nicht ohne herrliche Verwechslungen und viel Aufregung abläuft. Frau Fellenberg schluchzt, und das «nicht weil das Korsett sie zwickt». Herr Fellenberg fragt sich, ob das alles gut kommt. Josephine Streit (Sandra Zuber) aber, die Mutter des Bräutigams, will «sitzen bleiben, bis sie Braut und Brautvater gesehen hat». Und dann bekommt der arme Manfred Jaberg nochmals die Türe an den Kopf geknallt...


Mit der Komödie «Und das am Hochziitsmorge» haben sich die Mönthaler Theaterleute ein Stück ausgesucht, das ihnen die Möglichkeit gibt, alle Register zu ziehen. Das Publikum an der Premiere hatte seine helle Freude am temporeichen Geschehen. Auch Regisseur Jörg Birrfelder zeigte sich sehr zufrieden. «Das Stück fordert», meinte er nach der Aufführung. «Aber es passt zu uns.» Weitere Aufführungen finden am Freitag, 25. Januar und Samstag, 26. Januar, jeweils um 20.15 Uhr statt. Reservation, Montag bis Freitag, jeweils 17 bis 20 Uhr, unter 056 284 23 94.

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