Brugg
Wenn die Lichter flussabwärts tanzen – ist Weihnachten nah

Unzählige Kerzen haben am «Aareleuchten» den Fluss bei der alten Aarebrücke in der Altstadt erhellt. Viele Schiffchen sind mit einer geheimen, persönlichen Wunschbotschaft ausgestattet worden.

Philippe Neidhart (Text und Fotos)
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Aareleuchten

Aareleuchten

Der Weg führt hinab durch die festlich beleuchtete Brugger Altstadt bis zur alten Aarebrücke – der Geruch von Glühwein und süssem Punsch liegt in der Luft. Bereits haben sich hier die ersten Leute versammelt, den Blick flussaufwärts gerichtet.

Viele Familien samt Kindern sind gekommen, um das Spektakel auf dem Wasser zu verfolgen. Das «Aareleuchten» hat im Programm des Brugger Adventskalenders mittlerweile einen festen Platz.

Beugt man den Kopf über die Brücke, weht einem eine kühle Brise entgegen. Noch ist es dunkel auf dem Wasser, nur das Rauschen des Flusses ist zu vernehmen. Dann – die Kirchenglocken schlagen 18 Uhr – ist es endlich so weit: Beim Känzeli des Freudensteins werden die kleinen Flosse ins Wasser gelassen; die Strömungen machen es nicht ganz einfach, die kleinen Schiffchen vom Ufer weg zu bringen. Bald schon sind es unzählige Lichtlein, die nach und nach ihren Weg den Flusslauf hinab suchen. Sie tanzen auf dem Wasser hin und her, geben sich der Strömung hin. Einige der Lichtschiffchen geraten ins Trudeln, andere treiben gemächlich auf dem kühlen Nass.

Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
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Aareleuchten
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.
Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.

Aareleuchten Aareleuchten: Kerzen Lichter tanzen durch die Aareschlucht.

Auch als die kleinen Schiffchen schon längst von dannen sind und wie kleine leuchtende Punkte am Horizont langsam aus dem Blickfeld entschwinden, stehen die Leute noch auf der Brücke und geniessen bei selbst gebackenen Weihnachtsguetzli, Orangenpunsch und Glühwein die festliche und vorweihnachtliche Atmosphäre.

Lichtlein mit Tradition

Nach dem Vorbild von indischen und ostasiatischen Licht- und Wasserfesten wurde der Anlass vor vielen Jahren vom Hilfswerk Swissaid organisiert – in über zwanzig Städten in der ganzen Schweiz. Damals verkaufte das Hilfswerk die kleinen Schiffchen für rund fünf Franken – der Erlös ging an Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Darin konnte ein Zettel mit einer persönlichen Wunschbotschaft angebracht werden. Als der Event eines Tages nicht mehr organisiert wurde, übernahm Heinz Trachsel die vorweihnachtliche Tradition. Mittlerweile werden die kleinen Lichter von ihm und Schülerinnen und Schülern der Stadt Brugg gebastelt. «Die Schiffchen sind umweltfreundlich hergestellt», erklärt Katharina Trachsel, die Ehefrau des Initianten. So enthalten die kleinen Flosse keine Aluteile, sondern bestehen nur aus Papier, Wachs und Holz. Doch das reicht vollkommen aus, um die Aare für eine kurze Zeit in ein Lichtermeer zu verwandeln.

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