Brugg
Wenn der Schrottplatz zur Kunstgalerie wird

Am Freitag lud das OK Schrottplatz im Wildischachen zur Vernissage und einer Live-Sound-Performance.

Carolin Frei
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Vernissage und Sound Performance auf dem Schrottplatz war gut besucht.
12 Bilder
Erster Akt der live Sound Performance (3)
Der Penta-Motor wird durch Julian Layn enthüllt.
Das zu enthüllende Objekt wird vom Penta-Motor herangezogen.
Dem Penta-Motor wird durch Julian Layn der perfekte Takt entlockt.
kurz vor dem Finale ... der Vulkan-Wagen mit der Eisenplatte
Schrottplatz Kunstgalerie
Objekte zum Staunen und Anfassen.
Einlage vom Alphorn-Bläser
Heiss begehrt - das Apéro-Buffet
Kunst aus Schrott, die neugierig macht
Julian Layn bei seinem musikalischen Intermezzo.

Vernissage und Sound Performance auf dem Schrottplatz war gut besucht.

Aargauer Zeitung

Man nehme einen Konzertpianisten, füge einen Penta-Schiffsmotor von 1933 hinzu und garniere das Ganze mit einer Bilderprojektion an der Zeltdecke und einer Lichtershow. Das ergibt eine LiveSound-Performance, deren perfektes Gelingen auch von den vier beteiligten Künstlern Julian Layn, Cla Coray, Claudio Cassano und Sebastiano Bucca mit Spannung erwartet wurde. Erst startete der Konzertpianist Layn den Penta-Motor, um ihm den perfekten Takt zu entlocken. Dann setzte er sich an den Flügel und spielte.

Nach dem instrumentalen Intermezzo übernahm der Motor eine weitere Aufgabe: Beim ersten Anlauf ging den Vulkanen jedoch die Puste aus, bevor der Penta-Motor den «Wagen» mit der Vulkan-Lichtershow über ein Drahtseil zur geplanten Stelle heran kurbeln konnte. «Die verpassen ja das Highlight», sagte der 7-jährige Nelio entsetzt, als sich die ersten Gäste schon vom Spektakel abwenden wollten. «Ich habe gefragt, es geht noch weiter», sagte er ganz aufgeregt.

Kaum spuckte ein weiterer Vulkan erneut Lichterfunken, waren auch die Besucher wieder zur Stelle. Und so konnte denn das Finale, die Enthüllung einer künstlerisch gestalteten Eisenplatte auf dem «Vulkan-Wagen», über die Bühne gehen. Dafür ernteten die vier von den zahlreich erschienenen Gästen kräftigen Applaus. Allen voran von Nelio.

Objekte aus Schrott

Vor der Live-Sound-Performance waren die Schrottplatz-Gäste zur Vernissage von Dani Schwarz, Dominik Bingisser, Claudio Cassano, Remy Schärer und Philipp Bingisser geladen. Die aus Schrott geschaffenen Objekte zogen interessierte Blicke auf sich. Schliesslich sieht man nicht alle Tage etwa Schrauben, Zahnräder, Nägel und Zangen als spannende Kunstobjekte zweckentfremdet. «Die Ideen, die hier umgesetzt werden, sind super. Wir beide haben eine Affinität zu Kunst aus Schrott», sagen Heinz Steiner aus Schinznach-Dorf und Jürg Maag aus Villnachern. Bestimmt sehr zur Freude der ausstellenden Künstler.

Philipp Bingisser erklärt: «Ich arbeite auf dem Schrottplatz und sehe, was so alles gebracht wird. Da entstehen bereits Ideen, was ich zu Bildern, Lampen, Spiegeln oder Kleiderständern verarbeiten könnte.» Wegen seines dreifach gebrochenen Daumens konnte Künstler Dani Schwarz sein Ausstellungsprogramm nicht ganz durchziehen. «Ich musste mit leichterem Material arbeiten als sonst», sagte er. Doch was dabei herauskam, eine Balance aus hartem Stahl und filigranen Figuren, darf sich dennoch sehen lassen.