Birrfeld
Wenn der Samichlaus per Flugzeug die Geschenke bringt

Am 5. Dezember ist es wieder einmal so weit: Am späten Nachmittag werden Samichlaus und Schmutzli auf dem Flugplatz Birrfeld landen, um dort Geschenke an die wartenden Kinder zu verteilen. Pilot des kleinen Flugzeuges ist Peter Gysi.

Elisabeth Feller
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Der Samichlaus-Pilot Peter Gysi landet im Birrfeld
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Samichlaus im Birrfeld
Samichlaus im Birrfeld
Der Flugplatz Birrfeld aus der Luft
Flugplatzchef Roger Trüb (links) und Samichlaus-Pilot Peter Gysi
Der Flugplatz Birrfeld hat auch einen Spielplatz und ist deshalb bei Kindern beliebt
Eine Boeing Stearman auf dem Rollfeld
Die Cap 10 France am Pistenfest auf dem Birrfeld 2012
Am Pistenfest 2012 begleitete die Patrouille Suisse einen Edelweiss Airbus

Der Samichlaus-Pilot Peter Gysi landet im Birrfeld

So läuft es stets ab: Langsam rollt das kleine Flugzeug heran, bis es dicht vor dem Absperrzaun beim Restaurant hält. Staunende Kinderaugen sind auf die Türe gerichtet. Langsam wird diese geöffnet – dann winken Samichlaus und Schmutzli den Kleinen zu. Der Mann mit dem schlohweissen Rauschebart und in rotem Mantel sowie der pechschwarze Schmutzli haben es wieder einmal geschafft, auf dem Flugplatz Birrfeld zu landen. Und das trotz böigem Wind und Schneetreiben.

Während diesen beiden das Interesse der aufgeregten Kinder gilt, bleibt ein dritter Mann im Flugzeug sitzen. «Ich muss überhaupt nicht auffallen, deshalb lasse ich mich nie blicken», sagt Peter Gysi aus Birr und lächelt. Bereits als siebenjähriger Bub «stifelte» Gysi auf dem Flugplatz Birrfeld herum, den er längst in- und auswendig kennt. Seine Faszination fürs Fliegen und für Kleinflugzeuge ist seit Kindertagen unvermindert gross. «Falls alles gut geht», sagt das Mitglied des AeroClubs Aargau bescheiden, werde er 2013 sein 40-Jahr-Flugjubiläum feiern können.

Nach bestimmten Regeln

Seit 20 Jahren befördert er «immer an einem Mittwoch vor dem 6. Dezember, weil dieser Tag für die Kinder der beste ist» die kostbare Chlausenfracht ins Birrfeld. Gysi hatte das Amt des exklusiven Transporteurs von Stephan Vock übernommen, der die Idee zu dem beliebten Anlass entwickelt hatte. Der Windischer war eine Besonderheit, weil er Pilot und Samichlaus in Personalunion war. Als Vock sich zurückzog, setzte sich Gysi ins Cockpit. Nach wie vor läuft der Besuch auf dem Birrfeld nach bestimmten Regeln ab. Der Pilot nimmt Samichlaus und Schmutzli um 16.45 Uhr an Bord einer vier- oder sechsplätzigen Kleinmaschine. Um 17 Uhr erfolgt dann die Landung. Flugplatzchef und Flugschulleiter Roger Trüb erklärt, weshalb: «Da wir keine Pistenlampen kennen, schliessen wir den Flugplatz bei Sonnenuntergang, und das wird dieser Tage um 17.12 Uhr der Fall sein.»

Das fliegerische Vergnügen dauert für Samichlaus, Schmutzli und Pilot nur wenige Minuten. Da bleibt keine Zeit, um nachzuschauen, ob der Sack mit den Mitbringseln gut gefüllt ist. Gysi und Trüb beruhigen: «Er ist.» Trüb erzählt, dass 200 bis 500 Säcklein an die wartenden Kinder verteilt werden. «Aber erst dann, wenn sie dem Samichlaus ein Sprüchlein vorgetragen haben», fügt Gysi hinzu, «das gehört einfach dazu.»

Was der Mann in Rot darauf jeweilen entgegnet, entzieht sich der Kenntnis des Samichlaus-Piloten. Es spielt für ihn auch keine Rolle, denn – Noblesse oblige – Diskretion bedeutet in seinem Job alles. Peter Gysi gibt nichts, auch nicht über sich selbst, preis, ausser: «Es fliegt nicht immer derselbe Samichlaus mit.» Doch das, fügt der Pilot verschmitzt lächelnd hinzu, spiele eh keine grosse Rolle. Schliesslich habe jeder Chlaus einen Rauschebart, der das Gesicht fast abdecke.

Flugplatz Birrfeld Samichlausbesuch,
5. Dezember, 17 Uhr.