Region Brugg

Wenig Interesse: Der Ferienpass während den Frühlingsferien ist gefährdet

Im Brugger Hallenbad können Teenager während eines Ferienpass-Schnupperkurses erste Tauch-Erfahrungen sammeln. ZVG

Im Brugger Hallenbad können Teenager während eines Ferienpass-Schnupperkurses erste Tauch-Erfahrungen sammeln. ZVG

Den Schulkindern aus dem Bezirk wird im Frühjahr jeweils ein grosses Angebot an Ferienkursen serviert. Doch das Interesse daran ist jedes Jahr kleiner, obwohl das Anmeldeprozedere vereinfacht wurde. Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 9. März.

Kochen im Restaurant, die Wunderwelt der Bienen entdecken, die Betriebsfeuerwehr der Alstom besuchen oder die wichtigsten Umgangsformen im Teen-Knigge kennenlernen: Dies ist nur eine kleine Auswahl der Kurse, die der Ferienpass Region Brugg anbietet.

«Bisher haben sich nur 280 Kinder für den Ferienpass angemeldet. Letztes Jahr hatten wir 400 Anmeldungen», sagt Beatrice Amstutz aus Schinznach-Bad, Zuständige für die Administration. Als sie vor acht Jahren begann, sich ehrenamtlich für den Ferienpass Region Brugg zu engagieren, seien es noch 800 Kinder pro Jahr gewesen.

60 Kurse während 10 Tagen

Der Ferienpass ist der Pro Juventute unterstellt und richtet sich an alle Kinder im Bezirk Brugg vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Während den Frühlingsferien – also vom 7. bis zum 17. April – stehen den Schulkindern an zehn Tagen über 60 Kurse für die Feriengestaltung zur Auswahl. Die meisten Kurse dauern einen halben Tag. «Das ist vielleicht für berufstätige Eltern, die ihre Kinder während den Ferien betreut haben möchten, zu wenig», räumt Amstutz ein.

Interessanterweise sei aber die ganztägige Führung «Erlebnistag für Reisefreudige» auch nicht ausgebucht. Die Kosten pro Teilnehmer betragen je nach Kurs zwischen 5 und 50 Franken. Kinder von Sozialhilfebezügern bezahlen maximal 10 Franken pro Kurs. Die restlichen Kosten werden von Sponsoren übernommen.

Jeweils nach den Sommerferien machen sich 14 ehrenamtlich arbeitende Frauen fürs neue Programm ans Werk, hecken neue Kurse aus, suchen Sponsoren, reservieren die Termine, schreiben das Kursbüchlein, rühren die Werbetrommel und koordinieren die Anmeldungen.

Anmeldeverfahren vereinfacht

Besonders beliebt sind die Kurse «Pizza backen» und «Cupcakes». Das Programm werde jedes Jahr mit neuen Kursen ergänzt, so Amstutz. Sie ist froh, dass sie immer wieder auf den Goodwill von Veranstaltern zählen kann, wenn die Kurse auch ohne das Erreichen der Mindestteilnehmerzahl durchgeführt werden. Kann ein von den Organisatorinnen reservierter Bus mit den Teilnehmenden nicht gefüllt werden, springen die Frauen auch mal mit dem Privatauto ein.

In der Vergangenheit sei das komplizierte Anmelde- und Zahlungsprozedere mehrfach kritisiert worden, sagt Amstutz. Dieses sei nun vereinfacht worden: Man muss nicht mehr extra nach Brugg kommen, um die den Ferienpass zu bezahlen. Amstutz hat ein klares Ziel: «Im Bezirk Brugg sollten wir doch 500 Kinder zur Teilnahme motivieren können. Ansonsten lohnt sich die Arbeit bald nicht mehr.»

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