Brugg

Welche Brugger Bauten brauchen kommunalen Schutz?

Der Einwohnerrat Brugg hat sich befasst mit der Revision der Ortsplanung.

Ortsplanung in Brugg

Der Einwohnerrat Brugg hat sich befasst mit der Revision der Ortsplanung.

Der Einwohnerrat Brugg hat sich am Freitagabend in einer zweiten Sitzung mit der Ortsplanung befasst.

Angeregt diskutiert hat der Einwohnerrat Brugg am Freitagabend darüber, welche Bauten – zusätzlich zu den in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) aufgeführten – unter kommunalen Schutz zu stellen seien. Barbara Iten (CVP) rief dazu auf, Sorge zu tragen zu den schönen Gebäuden, diese nicht dem Zufall und der Willkür zu überlassen. Die Vielfalt der Häuser werte die Stadt auf, pflichtete Konrad Zehnder (EVP) bei.

Dass alte Gebäude die Stadt lebenswert machen, stand für Michel Indrizzi (FDP) ebenfalls ausser Frage. Aber es brauche auch das Neue. Peter Haudenschild (FDP) gab zu bedenken, dass bei privaten Liegenschaften die Konsequenzen für die Besitzer zu berücksichtigen seien bei einer Unterschutzstellung.

Stadtammann Barbara Horlacher und Vizeammann Leo Geissmann versicherten, dass eine sorgfältige Interessenabwägung vorgenommen wurde.

Befassen wird sich der Stadtrat – auf die entsprechenden An­träge – noch mit dem kommunalen Schutz von: Fröhlich-Scheune, Villa Friedheim, Bahnhofstrasse 20/22, «Ammemähli», Villa Stapferstrasse 32, Villa Paradiesstrasse 5 sowie ehemaliges Maschinenhaus des städtischen Elektrizitätswerks im Freu­denstein. Als Naturwerte zusätzlich aufgenommen worden sind die beiden Linden auf dem Kirchplatz.

Gedeckt oder nicht gedeckt lautet die Frage

Zu diversen Wortmeldungen geführt haben in der zweiten Sitzung zur Ortsplanung im Einwohnerrat weiter viele Formulierungen in der BNO. Mehrmals tauchten die Fragen auf, ob es in den einzelnen Paragrafen und Absätzen detailliertere Vorgaben braucht oder ob es bereits zu viele Regeln und Einschränkungen gibt.

Bei der Bestimmung zu den Abstellplätzen für Zweiradfahrzeuge gingen die Meinungen auseinander. Titus Meier, Präsident der BNO-Spezialkommission, erachtete es zwar als wichtig, dass genügend Abstellplätze bereitzustellen sind, als weniger relevant aber, ob diese gedeckt sein müssen. Adriaan Kerkhoven (GLP) dagegen befand den Begriff «an zweckmässigen Lagen» als zu schwammig. Er schlug mehrere Ergänzungen vor. Der Paragraf wurde schliesslich mit 28 zu 14 Stimmen zurückgewiesen.

Ebenfalls zurückgewiesen wurde die Bestimmung zur Anordnung der Parkierung. Titus Meier sprach sich dafür aus, dass bei Mehrfamilienhäusern Installationen für E-Mobilität vorzusehen seien.

Deutliches Ergebnis an Schlussabstimmung

Zu reden gab das Thema Aussenraumgestaltung. Urs Bürkler (Grüne) machte sich für den Zusatz stark, dass reine Schottergärten nicht erlaubt sind. Der Rückweisungsantrag wurde knapp mit 22 zu 20 Stimmen angenommen. Überdies zurückgewiesen wurde der Absatz zu Einfriedungen und Lärmschutzwänden sowie der Absatz zur Ausnützungsziffer bei Dach-, Attika- und Untergeschossen.

Nach der folgenden, intensiven Debatte zum Bauzonen- und Kulturlandplan war das Ergebnis der Schlussabstimmung nach fast vier Stunden deutlich: Der Einwohnerrat genehmigte die Gesamtrevision der Nutzungsplanung mit 28 zu 14 Stimmen. Abgelehnt wurde – mit 5 zu 38 Stimmen – der Antrag, zum Planwerk sei eine Volksabstimmung durchzuführen.

Über das Altstadtreglement wird der Einwohnerrat erst im nächsten Jahr entscheiden.

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