Brugg-Windisch
Welch ein Zirkus: Die halbe Welt ist zu Gast im Campussaal

Die aufstrebende Firma Coresystems stellt ihren Kunden aus 25 Ländern in einer Zirkus-Manege die neu entwickelte Plattform vor. Ziel der neuen Dienstleistung ist, dass grosse und kleine Unternehmen den Kundendienst einfach ausbauen können.

Claudia Meier
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Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Manuel Grenacher bei seinem Auftritt als Zirkusdirektor.

Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Manuel Grenacher bei seinem Auftritt als Zirkusdirektor.

Michael Hunziker

Was macht eine weltweit tätige Apps-Herstellerin mit Hauptsitz in Unterwindisch, wenn sie ihren Kunden aus 25 Ländern die neusten Dienstleistungen vorstellen will? Ganz einfach: Sie lädt sie in den Campussaal Brugg-Windisch ein und veranstaltet einen Riesen-Zirkus. Das zeigt sich an diesem Mittwochmorgen bereits im Eingangsbereich. «Service Circus» steht da auf dem blauen Zelt. Die Empfangsdamen tragen passenden Uniformen.

Auf der Treppe kommt uns der Firmengründer der organisierenden Coresystems AG, Manuel Grenacher, in einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift «I love the Cloud. Do you?» entgegen und strahlt. «200 Leute sind bereits hier am Frühstücken», sagt er und zeigt zum Foyer. Die meisten der erwarteten 338 Teilnehmer haben in Hotels in der Region Brugg-Baden übernachtet.

«Einige Leute aus Deutschland oder Brasilien haben uns schon gefragt, warum wir hier im Campus sind», so Grenacher weiter. «Der Grund ist klar: Wir sind eine Windischer Firma und wollen unsere Kundenkontakte auch hier pflegen. Ohne den Campussaal hätten wir nach Baden ausweichen müssen.»

Super Mario hat das Velo repariert und füllt das Protokoll aus
11 Bilder
Im Foyer des Campussaals stärken sich die Gäste aus 25 Ländern für die Workshops
Gute Laune herrscht bei der Coresystems-Belegschaft
Professor Elgar Fleisch leitet die Podiumsdiskussion
Hereinspaziert - die Coresystems AG verwandelt den Campussaal in eine Zirkusarena
Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Manuel Grenacher tritt als Zirkusdirektor auf
CEO Philipp Emmenegger zeigt auf, wo sich die Niederlassungen der Coresystems AG befinden
Der Campussaal ist stilvoll dekoriert
CEO Philipp Emmenegger stellt die Coresystems AG vor
Auf dem Podium kommen die Experten zu Wort
Biker Dave staunt über den schnellen Reparaturservice von Super Mario

Super Mario hat das Velo repariert und füllt das Protokoll aus

Michael Hunziker

Die Firma Coresystems AG veranstaltet alle drei Jahre einen Kundenanlass. Grenacher schwärmt: «Angefangen haben wir mit 50 Teilnehmern, dann waren es 150 und jetzt sind wir schon bei über 300.»

Im Saal hängen Wolken

Die Aufforderung, den Saal zu betreten erfolgt auf Englisch. Die kopfüber aufgehängten hellblauen Regenschirme in der vorderen Saalhälfte symbolisieren das Cloud-Computing – eine zentrale Dienstleistung der erst achtjährigen Firma mit mittlerweile 140 Angestellten.

Dort wird alles fürs Essen und die grosse Party am Abend vorbereitet. Dazu sind dann auch Mitarbeiter, Freunde, Bekannte und Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz eingeladen.

Im hinteren Teil des Campussaals steht eine imposante Zirkus-Manege. Der 33-jährige Philipp Emmenegger, seit Ende März Geschäftsleiter der Coresystems AG, stellt die neue Dienstleistungspalette vor. «Millionen von Geräten arbeiten auf der ganzen Welt für uns», sagt er. Das Unternehmen verfolge das Ziel, grossen und kleinen Firmen massgeschneiderte Lösungen zur Verbesserung ihrer Kundendienstleistungen anzubieten und so die Zufriedenheit der Konsumenten zu erhöhen.

Wie das konkret funktionieren könnte, zeigt Emmenegger anschaulich am Beispiel einer Velo-Panne: Auf jedem Velo wird ein Quick-Response-Code angebracht. Bricht während der Fahrt eine Pedale ab, kann mit dem Einscannen des Codes rund um die Uhr unkompliziert ein Reparaturservice angefordert werden. In der Zirkus-Manege ist es Super Mario, der die Pedale in Kürze repariert und auf dem iPad das Protokoll ausfüllt, das vom Kunden unterschrieben werden kann.

Durch den Einbau von digitalen Dienstleistungen in Produkten bleibe der Endverbraucher mit dem Hersteller verbunden, so Emmenegger weiter. Kommt später ein neues Produkt auf den Markt, kann der Hersteller seine Kunden direkt anschreiben.

Swisscom und Alstom profitieren

Möglich wird diese Technologie durch den Ausbau der Clouds. Davon profitieren nicht nur KMU sondern auch Grosskonzerne wie Alstom und Swisscom. Alstom kann so die Daten von Kraftwerken zentral verwalten und analysieren. Swisscom will eine Art Nachbarschaftshilfe lancieren.

Mit Coresuite stellt die Windischer Firma eine Internet-Plattform zur Verfügung, mit der Kunden ihre Dienstleistungen selber ausbauen können. Diese kennenzulernen, ist das Ziel der anschliessenden Workshops.