Die Reformvorschläge aus Aarau für die Berufs- und Mittelschullandschaft – das sogenannte Standort- und Raumkonzept auf der Sekundarstufe II – sind im Aargau nicht gut angekommen (die az berichtete). Von links bis rechts hagelte es während der Anhörung, die am 30. September ablief, Kritik. Für den Standort Brugg ist – je nach Variante – die Teil- oder Totalschliessung des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) vorgesehen.

Der neu gegründete Verein «Pro BWZ Brugg» kämpft gegen diese drohende Schliessung. Heute lanciert er eine Petition, um alle drei Abteilungen – also Wirtschaft (KV), Technik/Natur und Erwachsenenbildung – des BWZ Brugg zu erhalten. «Wir haben bis zum Sonntag ideale Voraussetzungen, an unseren Ständen auf das zu wenig durchdachte Standort- und Raumkonzept aufmerksam zu machen», erklärt Vereinspräsident Max Zeier. Dieses Konzept würde die Berufsschullandschaft Aargau komplett umpflügen und seine föderalistische Struktur zerstören, schreibt der Verein «Pro BWZ Brugg» in einer Medienmitteilung. «Es wäre nicht klug, den Standort Brugg oder eine ganze Abteilung zu schliessen», ergänzt Zeier. Das hätte nur Mehrkosten, Unruhe und längere Schulwege zur Folge.

An der Unterschriftensammlung während der Gewerbeausstellung Expo Brugg-Windisch beteiligen sich Vereinsmitglieder, Lehrpersonen sowie Mitarbeitende von Brugg Kabel und Jost Elektro AG. Wer unterschreibt, kämpft aus vier Gründen für den Erhalt des BWZ Brugg: Erstens, weil keine andere Berufsschule im Kanton verkehrstechnisch so gut erschlossen ist. Zweitens, weil Fachhochschule, Technopark und BWZ eine Einheit bilden und Synergien ermöglichen. Drittens, weil das BWZ mit 2000 Kunden pro Jahr die grösste regionale Institution für Erwachsenenbildung ist und viertens, weil Industrie und KMU in der Region Brugg auf die Nähe zum BWZ angewiesen sind.

Andreas Bürgi, ehemaliger BWZ-Schulvorstandspräsident, sagte vor wenigen Tagen, dass man mit insgesamt 8000 bis 10 000 Unterschriften rechnet. Die Sammlung dauert bis zum 20. November.