Hausen
Weil dem Kanton ein Finanzloch droht, müssen Domino-Planer abwarten

25 Wohn- und 14 Atelierplätze sollen im neuen Wohnheim Domino entstehen. Doch die Planungsarbeiten verzögern sich. Das Siegerprojekt ist beim Kanton zwar eingereicht, doch der wartet mit dem Entscheid noch bis im Herbst ab. Grund dafür: das Geld.

Irene Hung-König
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Geplant ist, dass das neue Wohnheim 2018 bezogen wird, doch noch müssen sie abwarten. Jörg Hunn (links), Peter Schmidlin (hinten), Geschäftsführer Rainer Hartmann (Mitte) und Stiftungsratspräsident Peter Müller.

Geplant ist, dass das neue Wohnheim 2018 bezogen wird, doch noch müssen sie abwarten. Jörg Hunn (links), Peter Schmidlin (hinten), Geschäftsführer Rainer Hartmann (Mitte) und Stiftungsratspräsident Peter Müller.

Irene Hung-König

Die Planungsarbeiten am neuen Wohnheim Domino, mit zusätzlich 25 Wohn- und 14 Atelierplätzen, verzögern sich. Gemäss Stiftungsratspräsident Peter Müller wurde das aus einem Architekturwettbewerb bestimmte Siegerprojekt «Minka» der Metron Architektur AG Brugg am 11. Februar beim Kanton zur Genehmigung eingereicht. Bis im Herbst müssen die involvierten Personen jedoch auf einen Entscheid der Abteilung Sonderschulen, Heime und Werkstätten (SHW), des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), warten.

Grund sind die Kantonsfinanzen: Aus einem Brief an die Kinder- und Erwachseneneinrichtungen des SHW von Regierungsrat und BKS-Vorsteher Alex Hürzeler gehe hervor, dass das drohende Finanzloch für die Jahre 2016 bis 2019 auch einen Aufschub von Bauvorhaben nach sich ziehen könne. «In einem persönlichen Gespräch wurde uns mitgeteilt, dass unser Projekt grundsätzlich als gut befunden wird», sagte Peter Müller. Der definitive Entscheid im Herbst beinhaltet auch den zeitlichen Ablauf der Realisierung und Planung. Geplant ist, dass das neue Wohnheim 2018 bezogen werden kann. «Wir haben zuwenig Plätze, doch wir müssen die Erstreckung akzeptieren. Falls nötig, müssen wir uns mit kurzfristigen Lösungen wie Aussenwohngruppen behelfen», erklärte Peter Müller.

Mikado soll saniert werden

Laut Peter Schmidlin, Präsident der Baukommission, rechnen die Planer mit 10,6 Mio. Franken für die Anlagekosten, welche Vorbereitungsarbeiten, Gebäude, Betriebseinrichtungen, Umgebung, Nebenkosten sowie eine Einstellhalle mit 38 Abstellplätzen umfassen. Peter Schmidlin ist sich sicher, dass mit dem BKS über die Einstellhalle diskutiert werden muss. Das zweite Projekt betrifft das 30-jährige Mikado in Windisch. Nebst einer neuen Gastroküche braucht es räumliche Änderungen in der Werkstatt und den Werkateliers im ersten Stock. Vor allem die Gebäudetechnik muss ersetzt oder angepasst werden. Die Bewilligung für das geschätzt 2,75 Mio. Franken teure Vorhaben, sollte bis Ende Juni erteilt sein.

Und auch im bestehenden Wohnheim Domino in Hausen soll die 16 Jahre alte Gastroküche auf den neusten Stand gebracht werden. Die Küche entspricht nicht den vorgegebenen hygienischen Anforderungen. Dieses Projekt kostet voraussichtlich 550 000 Franken und lässt sich unabhängig vom neuen Wohnheim realisieren.

Ein kleineres, aber nicht unwesentliches Problem sei der Wassereinbruch von vor zwei Jahren im Untergeschoss der Werkstatt, erklärte Peter Schmidlin. Seither hatten die Verantwortlichen nach starken Regenfällen immer wieder mit Wasser im Untergeschoss zu kämpfen. Da der Grundwasserspiegel höher sei als bisher angenommen, dürfte nun eine Pumpe installiert und Wasser in den Süssbach abgeleitet werden.

Erfreulicher Geschäftsabschluss

Jörg Hunn, Präsident der Betriebskommission, präsentierte den aus seiner Sicht erfreulichen Geschäftsabschluss 2014. Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 438 446 Franken rund 100 000 Franken höher ab als 2013. Spendeneingänge sowie Erbschaften/Legate sind die Gründe dafür. «Ein Wermutstropfen sind die – 30 746 Franken der Betriebsrechnung», sagte Jörg Hunn. Er begründete die Mehrausgaben mit Personalwechseln, wo es Überschneidungen gab, aber auch mit der höheren Auslastung.

Geschäftsführer Rainer Hartmann informierte darüber, dass die Qualitätsrichtlinien in Bezug auf Betreuung Ende 2014 ganz umgesetzt worden seien. Das Qualitätsmanagement umfasst die Bereiche Betreuungsprozess, Standortgespräch und Überprüfung. Auch wurde eine neue Software installiert. Rainer Hartmann ist seit vier Jahren Geschäftsführer der Stiftung Domino. In dieser Zeit kümmerte er sich nebst der Administration auch um das Personal und die Finanzen. Ab 1. Juli wird Karin Fergg neue Leiterin Dienste, übernimmt damit die Bereiche Finanzen, Personal, EDV, Empfang und ist stellvertretende Geschäftsführerin.

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