Hausen/Veltheim
Weihnachtsbraten «in», Schinkli «out»: Welche Gaumenfreuden sind gefragt über Festtage?

Welche Gaumenfreuden sind gefragt über Festtage? Die az hat bei der Metzgerei Lüthi und der Bäckerei Richner nachgefragt. Und die Gemeindeammänner aus der Region Brugg verraten, was an Heiligabend auf den Tisch kommt.

Carolin Frei
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Ein Rehrücken kann genauso auf dem Teller landen wie ein Pastetli Der Klassiker schlechthin ist das Fondue chinoise Ebenfalls nicht fehlen darf etwas Süsses

Ein Rehrücken kann genauso auf dem Teller landen wie ein Pastetli Der Klassiker schlechthin ist das Fondue chinoise Ebenfalls nicht fehlen darf etwas Süsses

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«Fleisch für ein Fondue chinoise oder den Tischgrill ist gefragt bei uns», sagt Ernst Lüthi von der Metzgerei Lüthi in Hausen.

Aber auch Filets oder Pouletbrüstli im Teig, die mit einer speziellen Hausfüllung versehen werden, sowie der Bauernschinken im Brotteig kommen gut an.

Nicht zu vergessen die verschiedenen Braten. «Der Aargauer Braten besteht aus einem Stück Schweinehals, das mit Pflaumen gespickt wird», erklärt der Metzgermeister.

Ein solcher Braten sei bei vielen immer noch das Weihnachtsessen schlechthin. Vom Kochaufwand her zwar intensiv, aber nicht wenige Frauen oder Männer würden ihre Liebsten über diese Tage gerne mit etwas aufwendig Zubereitetem überraschen.

Urs Leuthard, Schinznach-Dorf «Weihnachten feiern wir traditionell. Der Weihnachtsbaum wird am 24. Dezember geschmückt und am Abend kommt unser älterer Sohn mit Freundin auf Besuch. Gemütlich geniessen wir ein Fondue chinoise und tauschen Geschenke aus. Am späteren Abend werden wir dem jüngeren Sohn, der in Neuseeland einen Sprachaufenthalt macht, per Skype die Weihnachtswünsche überbringen.»
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Richard Plüss, Lupfig «Bei uns gibt es Rehrücken mit selbst gemachten Bärlauchspätzli und Gemüse. Selbstverständlich gibts dazu einen feinen Wein. Zu Besuch sind unsere Kinder mit ihren Partnern. Zur Tradition gehört auch ein kleiner Weihnachtsbaum, der für eine festliche Stimmung sorgt. Vielleicht werden wir an Weihnachten oder sicher kurz nachher Grosseltern, das wäre ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk.»
Peter Plüss, Bözberg «Wir planen meistens kurzfristig. Das Menü an Heiligabend ist für mich jeweils eine Überraschung. Aber am Weihnachtstag geniessen wir traditionellerweise einen vorzüglichen Rehpfeffer, den meine Schwiegermutter zubereitet. Ausser einem kleinen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer werden bei uns zu Hause keine weihnachtlichen Rituale zelebriert.»
Eugen Bless, Hausen «Zu essen gibt es feine, traditionelle Gerichte, welche meine Frau von ihrer Grossmutter hat. Der Menüfahrplan ist aber noch nicht genau festgelegt. Wir pflegen die üblichen Traditionen an Weihnachten und feiern zusammen mit unseren erwachsenen Kindern. Zudem besuchen wir den Neujahrsapéro in der reformierten Kirche, der ist immer einen Besuch wert.»
Jakob Baumann, Villigen «An Heiligabend gab es früher Schinkli mit Härdöpfelsalat, heute gibt es ein Käse-Fondue; an Weihnachten früher Schweinsfilet mit Reis, inzwischen wie bei vielen anderen ein Fondue chinoise. Wir haben einen liebevoll dekorierten Weihnachtsbaum sowie schön verpackte Geschenke für die Verwandtschaft. Zudem singen wir ein, zwei Weihnachtslieder, wenn die Kerzen am Weihnachtsbaum brennen.»
Ernst Obrist, Riniken (bis Ende Jahr Gemeindeammann) «Bei uns kommt an Heiligabend ein Fondue chinoise auf den Tisch und am Weihnachtstag selber besuchen wir den Gottesdienst. Wir feiern ganz konventionell im Kreise der Familie – mit Weihnachtsbaum. Geschenke haben wir abgeschafft, wir spenden lieber. Am 26. Dezember treffen wir uns mit der ganzen Verwandtschaft in einer Waldhütte.»
Ursula Berger, Birrhard «Wir feiern Weihnachten gemeinsam mit meiner Mutter und meinen Geschwistern mit Familien. Traditionell serviere ich die von meinem verstorbenen Vater kreierte Erbsensuppe mit Schüfeli und Bohnen. Anschliessend singen wir mit musikalischer Unterstützung Weihnachtslieder im Kerzenschein des Weihnachtsbaums.»

Urs Leuthard, Schinznach-Dorf «Weihnachten feiern wir traditionell. Der Weihnachtsbaum wird am 24. Dezember geschmückt und am Abend kommt unser älterer Sohn mit Freundin auf Besuch. Gemütlich geniessen wir ein Fondue chinoise und tauschen Geschenke aus. Am späteren Abend werden wir dem jüngeren Sohn, der in Neuseeland einen Sprachaufenthalt macht, per Skype die Weihnachtswünsche überbringen.»

AZ

Hektische Angelegenheit

Natürlich gibts auch Menüs, die schnell servierbereit sind. «Der Stroganoff- oder Gourmettopf ist so weit vorbereitet, dass er innerhalb von wenigen Minuten aufgetragen werden kann.» Das Schinkli hingegen lande nicht mehr so häufig auf dem Teller wie auch schon.

Für Ernst Lüthi und sein Team sind die Weihnachtstage eine hektische Angelegenheit, so sehr, dass die Familie Lüthi an Heiligabend nur noch etwas Einfaches isst. Am Weihnachtstag selber werden sie dann jedoch von ihrem Sohn fein bekocht.

«Uns machts Freude»

Was über die Festtage ebenfalls viele Esstische ziert, sind die Dekorationen. «Bei uns sind etwa Sternenpralinen, Schoggi-Weihnachtskugeln oder -herzen sehr im Trend, um dem Festmahl das richtige Ambiente zu verleihen», sagt Barbara Richner von der Bäckerei Richner in Veltheim.

Als Desserts sind Torten sehr gefragt, etwa die Himbeer-Sachertorte, die Zwetschgen-Zimt-Torte, der Christstollen oder aber der Buttercreme-Baumstamm.

Auch verschiedene Glace-Kreationen, etwa die Vacherin-Glacetorte, stehen im Angebot, genauso wie hausgemachtes Weihnachtskonfekt und Schnaps-Pralinen – für all jene, die gerne etwas Hochprozentiges zur Schokolade geniessen.

Der neuste Hit sind die «Dolce Vino»-Truffes mit Portwein. Zum Apéro eignen sich nebst Salzgebäck auch Meterparisette, Apéro-Partybrote, Laugenkissen oder belegte Brötchen.

Auch in der Bäckerei Richner gehts über die Festtage hektisch zu und her. «Die Leute sind spontan, kommen kurzfristig. Doch uns machts Freude, den Kunden mit unserem Angebot eine Freude zu bereiten.» Und genau das soll Weihnachten schliesslich sein – ein Fest der Freude.

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