Die Parzellen im Gebiet «Am Rain» in Brugg werden von der dreigeschossigen Wohnzone W3 in die viergeschossige Wohnzone W4 mit Gestaltungsplanpflicht umgezont. Der Einwohnerrat hat die Teiländerung des Bauzonenplans an seiner Sitzung am Freitagabend mit 44 zu 0 Stimmen deutlich angenommen.

Damit sind die planerischen Voraussetzungen geschaffen, um die bestehenden älteren Mehrfamilienhäuser an der Zurzacherstrasse dereinst durch eine neue Überbauung ersetzen zu können.

Reto Bertschi (SP) sprach von einer guten Absicht, Barbara Geissmann (CVP) von einem guten Beispiel für verdichtetes und attraktives Bauen. Für Thomas Gremminger (Grüne) ist die Aufzonung und Verdichtung am richtigen Ort geplant. Markus Lang (GLP) freute sich, dass einem vorhandenen Investor keine Steine in den Weg gelegt werden.

Auch Sandro Rossi (SVP) begrüsste es, wenn innovative Bauvorhaben eines privaten Investors rasch und unkompliziert behandelt werden. Wie Patricia Gloor (FDP) äusserte er aber Bedenken über die Entwicklung in Richtung autoarmes Wohnen und bemängelte, dass die Parkplätze entlang der Zurzacherstrasse zugunsten eines Trottoirs aufgehoben werden sollen. Dass zudem vorgesehen ist, die – noch intakte – Lärmschutzwand abzubrechen, bezeichnete Peter Haudenschild (FDP) gar als Schildbürgerstreich.

Konrad Zehnder (EVP) verwies auf die derzeit vielen Leerwohnungen und stellte die Frage, warum das Überbauungsprojekt so dringend ist.

Sie sind stolz auf Musikschule

Bewilligt haben die 45 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 50 – auch das neue Musikschul-Reglement und die damit verbundenen jährlich wiederkehrenden Mehrkosten in der Höhe von rund 43 000 Franken, ebenfalls klar mit 36 zu 8 Stimmen.

Die Stadt Brugg könne stolz sein auf ihre Musikschule und die musikalische Förderung, waren sich Angelika Curti (CVP) sowie Julia Grieder (Grüne) einig. Für Pascal Ammann (SP) ist die Revision ein notwendiger Schritt zu einer modernen und professionellen Musikschule, für Joya Süess (EVP) ist das Reglement nun zeitgemäss.

Kritische Fragen zu den Anstellungsbedingungen und Löhnen der Lehrpersonen, zur Aufhebung der Musikschulkommission oder aber zu den Elternbeiträgen stellten mit Michel Indrizzi, Titus Meier und Silvia Kistler vor allem die Vertreter der FDP. Der Musikunterricht ist sinnvoll, sagte Patrick von Niederhäusern (SVP). Das sei unbestritten. Nicht anfreunden konnte er sich allerdings mit der Abschaffung des Milizsystems sowie der Kostenerhöhung für Familien. Die FDP machte sich schliesslich mit einem Antrag erfolgreich dafür stark, dass die Elternbeiträge frühestens ab Schuljahr 2019/20 erhöht werden dürfen.

Diskussionslos und mit grosser Mehrheit zugestimmt hat der Einwohnerrat nicht zuletzt sämtlichen Einbürgerungen.