«Ich will etwas tun, um den Konsumfluss zu verlangsamen», erklärt Monika Blum, Initiantin des ersten «Repair-Cafés» in Windisch. Sie ergänzt: «Auch wenn das Café nur ein kleines Puzzleteil im Kampf gegen die Wegwerfmentalität ist.»

Das Konzept des «Repair-Cafés» stammt aus Holland: Die Cafés werden ehrenamtlich geführt und die Reparaturen sind fast gratis. Lediglich Ersatzteile müssen bezahlt werden. Die Experten melden sich freiwillig und arbeiten unentgeltlich. Der Kunde kann selber bestimmen, wie viel ihm die Reparatur wert ist und wirft diesen Betrag in ein Kässeli. Weltweit gibt es über 400 «Repair-Cafés», die zum bewussten Umgang mit Ressourcen animieren.

«Niemand konnte meine Kaffeemaschine reparieren», erzählt Blum. «Und als ich meinen Staubsauger zum Grosshändler brachte, um das Kabel zu ersetzen, wollte der Angestellte gleich noch weitere intakte Teile auswechseln», fährt sie fort. Diese Erlebnisse und der Film «Plastic Planet» haben sie dazu gebracht, selber ein «Repair-Café» ins Leben zu rufen. «Ich war sehr beeindruckt vom Film. Danach wusste ich, dass auch ich meinen Beitrag leisten muss, damit wir nicht im Abfall versinken», erklärt sie.

Blum war schon an einem «Repair-Café» in Bern. «Vorwiegend Elektrogeräte wie Föhne, Mixer, Wecker und Radios wurden repariert», berichtet sie. «Aber auch aussergewöhnliche Dinge wie ein uralter Teddybär, ein Fussmassage-Gerät und ein Discolicht wurden wieder auf Vordermann gebracht», erzählt die Veranstalterin.

Alles, was der Besucher selber ins Café transportieren kann, sollte wieder instand gesetzt werden können. Eine Kaffeemaschine sprenge allerdings den Rahmen der Reparatur-Veranstaltung. Um Schäden zu beheben, sei Spezialwerkzeug von Nöten, erklärt Blum. «Ich selber werde einen Reissverschluss zum Einsetzen bringen», meint sie.

Im Internet findet der Hobbyheimwerker zu jedem Gerät eine Reparaturanleitung. Braucht es ein «Repair-Café»? Blum schätzt diese Online-Angebote als wertvoll ein. Jedoch ersetzen diese das «Repair-Café» nicht: «Es braucht mehr Orte, wo Menschen sich ungezwungen treffen, voneinander lernen und sich austauschen können.» Aus diesem Grund heisse der Anlass auch Café und nicht Werkstatt. Bei Kaffee und Kuchen sollen Unbekannte ins Gespräch kommen, wünscht sich die Veranstalterin. Das «Repair-Café» Windisch sucht noch Elektriker, Elektroniker, Schreiner, Schneider, Velo-Flicker und Schmuck-Spezialisten.

«Repair-Café» 8. November im Café Mikado, Windisch; Handwerker-Anmeldungen per E-Mail an: regine.korn@bluewin.ch