Windisch

Wegen Wasserleitung: Der Legionärspfad ist um eine Attraktion reicher

Nur ein Teilstück der römischen Wasserleitung liegt frei. Ein Legionär schöpft daraus Wasser und stillt seinen Durst.

Nur ein Teilstück der römischen Wasserleitung liegt frei. Ein Legionär schöpft daraus Wasser und stillt seinen Durst.

Dass die Römer hervorragende Ingenieure hatten, zeigt die römische Wasserleitung, die von Hausen nach Windisch führt. 2,4 Kilometer lang ist sie - das älteste noch funktionierende Bauwerk in der Schweiz. Jetzt ist ein Teil davon zugänglich.

Die 2,4 Kilometer lange römische Wasserleitung, das älteste noch funktionierende Bauwerk in der Schweiz, erhält im Rahmen des Legionärspfades die ihr gebührende Aufwertung. Ab Mittwoch ist das Teilstück im Untergeschoss des Alterszentrums Sanavita in einer Ausstellung zugänglich.

Unterirdische Wasserleitung: Windischer Legionärspfad ist um eine Attraktion reicher.

Das zugängliche Teilstück der Wasserleitung im Untergeschoss des Alterszentrums Sanavita in Windisch.

Im Zentrum der bis zum 31. Oktober laufenden Saison des Legionärspfades – in diesem Jahr unter dem Motto «Geniale Römer» – steht, die im ersten Jahrhundert nach Christus erbaute, unterirdische Wasserleitung. Sie verläuft mit einem Gefälle von vier Millimetern pro Meter von Hausen nach Windisch. Ursprünglich versorgte sie das Legionslager Vindonissa, später das Kloster Königsfelden sowie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Gemeinde Windisch mit Trink- und Brauchwasser. Heute speist sie nach wie vor den Springbrunnen vor dem Hauptgebäude der Klinik Königsfelden.

Liefert noch heute Wasser

An der Eröffnung für geladene Gäste informierten Jörn Wagenbach, Direktor Museum Aargau, Paul Küng vom Vorstand des Vereins Freunde Vindonissapark, Kantonsarchäologe Georg Matter und Rahel Göldi, Leiterin Legionärspfad, über die Ausstellung. Sie ist dank Unterstützung verschiedener Geldgeber zustande gekommen. Die auf einem Teilstück sichtbare Wasserleitung zeugt von der herausragenden Ingenieurs- und Baukunst der Römer. Sie hat ihren Ursprung nicht bei einer Quelle, sondern ist auf den ersten 550 Metern eine Filterkonstruktion, durch die Grundwasser eindringen kann. Ab diesem Punkt dient sie dank Abdichtung als Transportleitung, die noch heute – je nach Jahreszeit und Witterung – täglich 150 000 bis 900 000 Liter Wasser liefert.

Leitung soll unter Denkmalschutz

Gefährdet ist die Leitung durch zunehmende Oberflächenversiegelung, Verschmutzung und das Bauaufkommen in ihrem Umfeld. Um das Bauwerk noch möglichst lange erhalten zu können, führt die Kantonsarchäologie von 2012 bis 2015 ein Projekt durch, um die römische Leitung unter kantonalen Denkmalschutz zu stellen. Dazu sind Abklärungen, Unterhaltspläne, Verhandlungen mit den 200 Eigentümern der tangierten 90 Parzellen und der Grundbucheintrag erforderlich. Kantonsarchäologe Georg Matter: «Wir sind dankbar dafür, dass alle Parteien das Projekt positiv aufgenommen haben und den Weg frei machen für die endlich fällige Unterschutzstellung .»

Erfreulicherweise kann die offene Ausstellung im Untergeschoss des Alterszentrums die Bedeutung der Wasserleitung wesentlich besser aufzeigen als bisher und die Besucher auch für die Thematik Schutz und Erhaltung sensibilisieren. Moderne Medientechnik und interaktive Vermittlung sorgen für spannende Einblicke in Geschichte, Konstruktion und Bedeutung des Bauwerks, das einst die Lebensader des Legionslagers mit 6000 Soldaten plus Zivilbevölkerung darstellte.

Eröffnungsfest am Ostermontag

Das Eröffnungsfest der Ausstellung findet am Ostermontag, 6. April 2015, 10 bis 17 Uhr, statt. Die Bevölkerung ist ab 11 Uhr eingeladen, beim Bau einer römischen Teuchel-Wasserleitung nach antikem Vorbild und mit authentischen Werkzeugen aktiv mitzuwirken. Es gilt, 70 Meter Holzrohre herzustellen, zu montieren und zu einem Brunnen im Legionslager zu verlegen. Die Inbetriebnahme ist für den 3. Oktober vorgesehen.

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