Brugg-Lauffohr

Wegen versprayter Wahlplakate: FDP-Meier reicht Strafanzeige ein

Verschiedene Wahlplakate der SVP und der FDP wurden in Brugg-Lauffohr entlang der Zurzacher- und Baslerstrasse mit schwarzen Lettern versprayt. Auch FDP-Nationalratskandidat Titus Meier ist betroffen. So etwas habe er bisher noch nie erlebt, sagt er.

Der Wahlkampf wird mit scharfer Klinge und heftigen Voten geführt. Politiker feuern verbale Attacken gegen ihre Konkurrenten ab, veröffentlichen Tweets mit Bildern, die empören. Verbale Auseinandersetzungen sind Teil des Wahlkampfs. Auch verunstaltete Wahlplakate gehören mittlerweile dazu wie singende Politiker.

Am Wochenende wurden die Wahlplakate des Brugger Nationalratskandidaten Titus Meier Opfer von Schmierereien und bösen Anfeindungen.

Antikapitalistische Voten

Entlang der Zurzacherstrasse in Lauffohr wurde jedes einzelne Plakat der FDP und der SVP mit wüsten Beschimpfungen in schwarzen Lettern beschmiert. «Kapitalismus tötet», steht da zum Beispiel. Oder: «Titus Meier in den Nationalrat Kongo». Über das Gesicht von SVP-Nationalratskandidatin Nicole Müller-Boder steht schwarz gesprayt: «Ausschaffen». Die FDP wird als «die geldgierigen Mörder» betitelt. Es sind durchs Band antikapitalistische Voten.

Jeder Politiker reagiert anders auf die Verunstaltungen. Der Zofinger Nationalratskandidat Daniel Hölzle beispielsweise nimmts mit Humor (die az berichtete). Auf seinem Facebook-Profil hat er ein Album mit «verzierten Plakaten» aufgeschaltet.

Demokratie nicht verstanden

Titus Meier hingegen findet es nicht so lustig. Auf Twitter veröffentlichte er am Sonntag ein Bild eines seiner verunstalteten Wahlplakate und schreibt dazu: «Ist DAS Wahlkampf? Nur wem sachliche Argumente fehlen, muss zur Dose greifen.» Die Vandalen hätten das Wesen der Demokratie nicht verstanden, sagt Meier. «Ich würde lieber mit den Leuten diskutieren, als meine Zeit für das Wiederaufstellen der Plakate zu verwenden.»

Und: «Diese Leute disqualifizieren sich ja selber.» Mit einem aufgemalten Schnauz oder Hut hätte er leben können, sagt er. «Aber diese Sprayereien zeigen, dass die Aktion systematisch geplant wurde. Dafür wurden extra Schablonen gefertigt.» Es ist das erste Mal, dass die Wahlplakate des Brugger Politikers derart verwüstet wurden. Das sei eine neue Dimension, sagt Titus Meier.

Für ihn ist klar: «Ich reiche Strafanzeige wegen Sachbeschädigung ein.» Jedes einzelne Plakat hat er abfotografiert. Damit ging er gestern Montagabend zur Polizei. Im Gegensatz zu FDP-Präsident Philipp Müller sei er zwar noch glimpflich davon gekommen, meint Titus Meier. Müller bekam bei der Aktion einen Hitler-Schnauz und das Wort «tötet» verpasst.

Viel Zeitaufwand fürs Erneuern

Titus Meier geht es nicht einmal um den Angriff auf seine Person selber – «das darf man nicht persönlich nehmen» –, sondern vor allem um die mühselige Arbeit, die notwendig ist, um die Wahlplakate aufzustellen. Rund eine halbe Stunde Arbeit rechnet Meier alleine fürs Aufkleben pro zehn Plakate. Jetzt muss er sämtliche Schilder an der Zurzacher- und Baslerstrasse einsammeln, neu bekleben und wieder aufstellen – ein enormer Aufwand.

Wer genau hinter den Sprayereien steckt, ist nicht bekannt. Die Zeichen auf den Plakaten weisen auf die linksextreme Antifa hin. Eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht. «Ich nehme an, dass es Leute aus der Umgebung waren», ergänzt Titus Meier. Denn bisher sind erst Plakate in Brugg betroffen.

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