Lupfig/Hausen
Wegen Gefährdung des Grundwassers: Altlast-Sanierung geht in nächste Runde

Auf dem Areal des ehemaligen Reichhold-Chemiewerks soll belastete Erde abgetragen werden. die Hiag Immobilien AG hat ein entsprechendes Gesuch eingereicht.

Claudia Meier
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Auf dem rund 75000 Quadratmeter grossen Reichholdareal sollen sich neue Firmen ansiedeln.

Auf dem rund 75000 Quadratmeter grossen Reichholdareal sollen sich neue Firmen ansiedeln.

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Vor ziemlich genau zehn Jahren titelte diese Zeitung «Reichhold-Altlast wird angepackt». Bis 2030 soll auf der grossen Industriebrache der ehemaligen Reichhold Chemie beim Autobahndreieck Birrfeld laut den Arealentwicklern ein gemischt genutztes Arbeitsquartier entstehen. Nachdem die erste Etappe der Altlast-Sanierung Ende 2016 abgeschlossen werden konnte, wird nun in einem nächsten Projekt ein sanierungsbedürftiger Teilbereich des belasteten Standorts ausgehoben werden. Ein entsprechendes Gesuch der Hiag Immobilien AG liegt noch bis zum 29. Oktober auf der Gemeindekanzlei Lupfig zur Einsichtnahme öffentlich auf.

Konkret geht es bei diesem Vorhaben um die Teilfläche U (ehemaliger Warenumschlagplatz), «weil ein beträchtliches Schadstoff- und Freisetzungspotenzial vorliegt, welches eine Sanierung notwendig macht», heisst es in der Dokumentation. Als Anmerkung steht: «Gefährdung des Grundwassers wegen ungenügendem Rückhalt oder Abbau von Schadstoffen.» Laut der Abteilung für Umwelt (AfU) habe die Sanierung im Rahmen einer Umnutzung zu erfolgen.

Belastetes Wasser wird abgepumpt

Die Verantwortlichen haben mehrere Sanierungsvarianten prüfen lassen. Ende Juni dieses Jahres nahm das AfU dazu Stellung und forderte die Dekontamination der Teilfläche U mittels Aushub gemäss dem Vorschlag des Gutachters. Daraufhin beauftragte die Grundeigentümerin Hiag Immobilien AG die Ecosens AG mit der Ausarbeitung des Sanierungsprojekts.

Ziel des Vorhabens ist es, eine möglichst weitgehende Reduktion des BTEX/KW-Schadstoffpotenzials zu erreichen. Dabei stehen BTEX als Abkürzung für die Substanzen Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylote und KW für aliphatische Kohlenwasserstoffe (Pentan bis Dekan). Die Belastungssituation ist aufgrund früherer Bohrungen recht gut bekannt und war Grundlage für die Definition des Sanierungsperimeters, der rund 400 Quadratmeter Fläche und 7 Meter Aushubtiefe umfasst.

Innerhalb des durch eine Spundwand abgegrenzten Aushubbereichs wird nach dem Aushub mit Schadstoffen belastetes Wasser zurückbleiben, das abgepumpt und vorbehandelt wird. Sobald der operative Zielwert für das Wasser erreicht ist, können der Bereich wieder aufgefüllt und die Spundwände gezogen werden. In der Nachsorge ist allerdings zu prüfen, ob die Zielwerte eingehalten werden.

Arbeitsaufwand: zirka drei Monate

Die Baustellenzufahrt für diese Sanierung erfolgt über die bestehende Arealerschliessung, das heisst über die Zufahrt ab der Hauptstrasse. Vor Beginn der Aushubarbeiten werden im Projektbereich die noch vor Ort vorhandenen Beläge und Fundamente entfernt. Insgesamt muss dafür eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern entsiegelt werden. Die erwartete Menge an Betonbruch wird auf zirka 700 Kubikmeter (fest) geschätzt.

Die Abbruch- und Aushubarbeiten werden voraussichtlich rund 10 bis 14 Arbeitswochen beanspruchen. Im Projektbeschrieb wird davon ausgegangen, dass die Baugrube innerhalb von 4 bis 8 Wochen nach Aushub wieder verfüllt ist. Die Massnahmen müssen so ausgeführt werden, dass eine unkontrollierte Freisetzung von Schadstoffen in die Umwelt (Wasser, Luft) auf der Baustelle und während des Transports verhindert wird.

Insgesamt umfasst das Reichhold-Areal, das zu 57 Prozent auf dem Boden der Gemeinde Lupfig und zu 43 Prozent auf dem Boden der Gemeinde Hausen liegt, rund 75 000 Quadratmeter. Die Hiag Immobilien AG ist seit 2012 Eigentümerin von rund 62 000 Quadratmetern Grundstücksfläche und Dritte besitzen 13 000 Quadratmeter. Die Zone gehört zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt/Birrfeld.