Brugg-Windisch/Hausen
Wegen Adventskonzert: Piano-Dan kritisiert den Campussaal-Betrieb

Daniel Kellenberger beklagt einen «Preisaufschlag von knapp 50 Prozent», um den Campussaal für ein Konzert zu buchen. Das entspreche nicht der Wahrheit, kontert Betriebsleiterin Kathrin Kalt.

Claudia Meier
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Das war 2013: Piano-Dan und seine Mitstreiter spielen vor vollem Haus - und prächtig illuminiertem Campussaal.

Das war 2013: Piano-Dan und seine Mitstreiter spielen vor vollem Haus - und prächtig illuminiertem Campussaal.

Mathias Marx

In den letzten zwei Jahren hat der 22-jährige Daniel Kellenberger aus Othmarsingen jeweils in der Adventszeit in den Campussaal Brugg-Windisch eingeladen und das Publikum mit einem Gratiskonzert inklusive Apéro beglückt. Nicht so in diesem Jahr: «Nachdem der Campussaal uns eine Preiserhöhung von knapp 50 Prozent in Aussicht stellte, haben wir uns auf die Suche nach Alternativen gemacht und sind von der Mehrzweckhalle in Hausen und von der Kasernenhalle mit optimalem Umfeld begrüsst worden», steht in der jüngsten Ausgabe der «It’s My Way Konzert-Zeitung».

Daniel Kellenberger alias Piano-Dan gibt zusammen mit einem Orchester dieses Wochenende gleich zwei Konzerte. Am Samstag um 20 Uhr in Hausen und am Sonntag um 19 Uhr in Brugg.

Campussaal-Betriebsleiterin Kathrin Kalt sagt, Kellenbergers Aussage sei aus der Luft gegriffen und entspreche nicht der Wahrheit: «Sein Anlass im Jahr 2014 wurde vom Förderverein Campus Saal mit einem grossen Beitrag subventioniert. Ebenfalls kam Herr Kellenberger im 2014 noch in den Genuss einer Eröffnungspromotion des Campussaals, die für Buchungen bis Ende 2013 einen Nachlass von 20 Prozent der Raumbereitstellungskosten vorsah.» Dieser Rabatt stehe ihm 2015 nicht mehr zu.

Zudem hat Kellenberger für 2015 einen Patronatsantrag an die beiden Besitzerkommunen Brugg und Windisch gestellt. Dieser wurde im Frühling abgelehnt. Piano-Dan hat dafür wenig Verständnis: «Was hilft es, wenn vonseiten der Betreiber immer wieder öffentlich betont wird, dass der Saal mehr kulturelle Anlässe braucht und für Veranstalter kostengünstiger werden soll, wenn dann Gesuche an die Gemeinden mit der lapidaren Aussage beantwortet werden, man soll halt genügend Eintrittsgeld verlangen . . .?»

Familienkasse deckt Unkosten

Letztes Jahr musste Kellenberger mit Kosten von 9000 Franken rechnen. Dieses Jahr habe er – erst noch ein viel zu optimistisches – Angebot für 13 000 Franken erhalten. Und dabei hätten sie den Gästen keinen «Gratis-Pausendrink und kleinen Apéro abgeben» können. «Der Zwang, sämtliche Dienstleistungen wie Technik, Catering etc. über den Campus zu beziehen, verteuert einen Anlass ungemein», so der Pianist. Insbesondere würden Frondienste verunmöglicht. Es liege einfach nicht drin, anstelle der freiwilligen Helfer die Campusangestellten mit 45 beziehungsweise 65 Franken Stundenlohn zu entlöhnen.

Und warum sind die Konzerte kostenlos? «Unser eigener Anspruch ist sehr, sehr hoch. Es ist unsere Philosophie, erst dann Eintritt zu verlangen, wenn wir diesem Anspruch genügen», so Piano-Dan. Im Moment sei er noch nicht so weit. Wenn er aber 2017 zurückkomme, werde einiges anders sein. Die Unkosten werden derzeit noch aus der Familienkasse gedeckt.

Nächstes Jahr wird Piano-Dan keine Adventskonzerte geben können. Zu gross ist die Doppelbelastung mit vier Konzerten im Frühling in Deutschland und dem Studium (Jura und Archäologie) an der Universität Basel.