Brugg
Weder Mitarbeiter noch Bäume sollen in Brugg in den Fluss fallen

Zu aufwendigen Arbeiten kommt es am Aareufer im Gebiet Gipsmühle in Brugg: Auf einer Länge von rund 70 Metern werden in den nächsten Tagen 10 bis 15 grössere Bäume gefällt.

Michael Hunziker
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Damit durch die Wurzeln keine Schäden an der Mauer entstehen und damit junge Pflanzen nachwachsen können, werden 10 bis 15 grössere Bäume gefällt.

Damit durch die Wurzeln keine Schäden an der Mauer entstehen und damit junge Pflanzen nachwachsen können, werden 10 bis 15 grössere Bäume gefällt.

Michael Hunziker

«Mit dieser Massnahme schaffen wir Platz für kleinere Bäume und Sträucher», sagt Hans-Peter Nussbaum, Leiter Fachbereich Gewässerunterhalt beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Oder anders ausgedrückt: «Junge Pflanzen wachsen nach, Neues kann entstehen.»

Gleichzeitig würden in diesem Bereich die bestehenden alten Mauern beim Kanal – in dem früher das Wasser zum Wasserrad geleitet wurde – entlastet. Denn durch die Wurzeln der Pflanzen seien sonst Beschädigungen möglich, könnten ganze Steine herausgesprengt werden, erklärt Nussbaum. Am Rand des Inselchens selber werden übrigens alle Sträucher und Bäumchen, die aus der Mauer wachsen, entfernt.

Dauern werden die Tätigkeiten voraussichtlich rund einen Tag, zuständig ist der Forstbetrieb Brugg. Wegen der nicht ganz einfachen Begebenheiten unmittelbar beim Flussufer spricht Förster Ruedi Graf von einer Herausforderung. Einerseits geniesse die Sicherheit der Mitarbeitenden höchste Priorität, andererseits müsse Sorge getragen werden zum Lebensraum. Will heissen: Mit Seilwinden wird gewährleistet, dass die Bäume beim Fällen nicht in den Fluss fallen. Mit grösseren Schwierigkeiten rechnet Graf indes nicht. «Wir verfügen über geschulte Leute sowie über die geeigneten Maschinen.» Für die Kosten der Arbeiten am Fluss kommt der Kanton auf. Hans-Peter Nussbaum bezeichnet die Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb als optimal: «So können wir die Kompetenzen vor Ort nutzen.»

Sensibles Gebiet im Wasserschloss

Unterhaltsarbeiten an Gewässern seien eigentlich keine Besonderheit und müssten häufig ausgeführt werden, fährt Nussbaum fort. Trotzdem: Im Fall Gipsmühle handle es sich um eine spezielle Stelle, liege diese doch in einem sensiblen Gebiet mitten im Wasserschloss. «Hier gibt es verschiedene Ansprüche, treffen diverse Interessen aufeinander, unter anderem von Grundstückbesitzern, Landwirten, Fischern oder Spaziergängern.»

Ziel der Unterhaltsarbeiten sei es stets, den Hochwasserschutz sicherzustellen, führt der Fachmann des Kantons weiter aus. Anders gesagt: Das Wasser muss immer abfliessen können. Regelmässig finden aus diesem Grund Begehungen statt, werden Beurteilungen vorgenommen und Massnahmen definiert. Gute Erfahrungen gemacht werden laut Nussbaum mit kleineren, selektiven Eingriffen an der Uferbestockung, um die Artenvielfalt zu fördern. Ausgeführt würden die Arbeiten in der Regel im Winter, damit sich die Vegetation vor dem Frühling den neuen Lichtverhältnissen anpassen kann und damit die Vögel während ihrer Brutzeit nicht gestört werden.

Nebenbei: Ein weiterer – ebenfalls aufwendiger – Eingriff ist am nächsten Montag vorgesehen. Beim Schulhaus Hallwyler werden mit dem Beginn der Sportferien aus Sicherheitsgründen um die 35 Bäume gefällt. Die Absicht ist es, so Nussbaum, den Charakter des Flussufers zu erhalten.