Lauffohr

Wasserschlossreis-Projekt geht in die zweite Runde

In Lauffohr werden neu auch Setzlinge angepflanzt.

In Lauffohr werden neu auch Setzlinge angepflanzt.

Neben der Vogelsangbrücke im Brugger Ortsteil Lauffohr wurde letzten Herbst erstmals Reis geerntet. Nach zehn Jahren Tüfteln und Ausprobieren gelang der Gemüseproduzentin Max Schwarz AG aus Villigen erstmals der Anbau von Nassreis im Norden der Schweiz. Auf 120 Aren wuchs Risottoreis der Sorte Loto am Wasserschloss in Lauffohr. Zirka 2000 Kilogramm Reis gelangten in den Verkauf; die Kundschaft war begeistert.

Aufgrund der erfolgreichen Lancierung letztes Jahr hat sich die Max Schwarz AG entschieden, das Projekt Nassreisanbau im Norden der Schweiz weiter voranzutreiben. Auf fünf Hektaren wird der Risottoreis dieses Jahr wachsen. Einerseits wurde das Feld in Lauffohr vergrössert auf eine Hektare, andererseits kommen noch zwei weitere Flächen hinzu: in Untersiggenthal der Landwirte Fredy Umbricht und Sandro Märki sowie in Würenlingen des Landwirten Janis Looser.

Ursprünglich geplant war auch eine Fläche in Aarau Rohr, die Anpflanzung dort wurde nun aber verschoben, allenfalls auf das Jahr 2021. Ein Biber sorgt dort regelmässig für eine Überschwemmung des betroffenen Landstücks. In Lauffohr neu ist weiter, dass der Risottoreis nicht nur ausgesät wird – das ist in den vergangenen Wochen auf den Feldern passiert –, sondern, dass erstmals auch Setzlinge angepflanzt werden. «Wir wollen herausfinden, was besser funktioniert», sagte Toni Suter, Bereichsleiter Gemüsebau bei der Max Schwarz AG, kürzlich gegenüber der Lokalzeitung «Die Botschaft».

Eine grosse Herausforderung letztes Jahr war das Unkraut. Denn der Wasserschlossreis kommt komplett ohne synthetische Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel aus, wie es auf der Website www.wasserschlossreis.ch heisst.

Bevor die Setzlinge in den Boden kommen, plant die Max Schwarz AG zuerst eine erste mechanische Unkrautbekämpfung. «Wir versuchen dieses Jahr mit verschiedenen Saattechniken und dem Striegeln und Hacken der Kultur, wie im Bioanbau üblich, das Unkraut zu kontrollieren. Wir sind gespannt, wie sich der Reis entwickeln wird», heisst es.

Das Reis-Projekt wird begleitet von der Forschungsanstalt Agroscope des Bundes. Sie will mit dem Anbau von Nassreis die Biodiversität auf feuchten und nassen Ackerböden fördern. Denn die in Feuchtgebieten lebenden Tier- und Pflanzenarten sind in der Schweiz besonders stark gefährdet. (jam)

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